Kein Ersatz für Jugendhütte

Unbekannte haben die Jugendhütte in Pungelscheid in der ersten Augustwoche völlig zerstört. Die Trümmerteile sollen in den nächsten Tagen abtransportiert werden. -   Foto: Benninghaus

WERDOHL - Die zertrümmerten Holzteile des einstigen Jugendunterstandes in Pungelscheid sollen in den kommenden Tagen abtransportiert werden. „Die Hütte selbst wird nicht wieder aufgebaut. Aus kaputt mach’ neu wird es nicht geben“, sagte Jugendamtsleiterin Sybille Dworschak jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Wie berichtet, hatten Unbekannte den Unterstand in der ersten Augustwoche mutwillig zerstört. Die Verwaltung stellte Strafanzeige.

Den entstandenen Schaden schätzt die Jugendamtsleiterin Sybille Dworschak auf 4000 Euro. Die Hütte selbst war 2008 mit 14 500 Euro aus Fördertöpfen der Landesarbeitsgemeinschaft „streetwork – mobile Jugendarbeit“ finanziert worden. 22 Jugendliche aus Pungelscheid hatten den überdachten Treffpunkt in 470 Arbeitsstunden mit Hilfe eines Schreiners und vielen engagierten Anwohnern des Stadtbezirkes erbaut.

Jugendamtsleiterin Dworschak ist immer noch erschüttert über die blanke Gewalt und das Aggressionspotenzial, mit der die Hütte zerstört wurde. „Bevor nicht eine Gruppe von Jugendlichen klar macht, dass sie sich langfristig für einen neuen Treffpunkt engagieren will und solange sich keine Ehrenamtlichen finden, die ein solches Projekt unterstützen, wird nichts passieren, zumal die Stadtkasse leer ist“, betont die Jugendamtsleiterin aus dem Werdohler Rathaus und fügt hinzu: „Das darf keine Eintagsfliege sein.“

Auch einige Jugendliche, die den Unterstand regelmäßig als Treffpunkt nutzten, seien über das Ausmaß der Zerstörung entsetzt, weiß Streetworker Tobias Chylka zu berichten.

„Viele Jugendliche haben kein Verständnis. Andere wünschen sich etwas Neues für den Stadtbezirk“, so der Streetworker weiter. Die einstigen Nutzer des Unterstandes hätten sich mittlerweile neue Orte gesucht, an denen sie sich treffen könnten. Sie seien jetzt beispielsweise auf den Spielplätzen in Pungelscheid oder am dortigen Lebensmittelmarkt anzutreffen, so Chylka weiter. „Zum Teil hat sich das schon verlagert“, erklärt er auf Anfrage. Jetzt, nach dem Ende der Sommerferien und dem damit einhergehenden Ende des Werdohler Kinderspaßes, werde er sich wieder öfter in Pungelscheid sehen lassen, sagt der Streetworker. „Ich werde den Kontakt zu den Jugendlichen halten und mit ihnen über ihre Wünsche sprechen. Wir werden bedarfsgerecht reagieren“, so Chylka.

Laut Angaben von Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde des Märkischen Kreises, seien der oder die Täter bislang nicht gefasst.

Von Ute Heinze

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