Kegelclub „Die Ruckefäller“ feiert Geburtstag

+
An der „Jubiläumstour“, die mit der weißen Flotte über sieben Seen der mecklenburgischen Seenplatte führte, nahmen (von links) Rudolf Gruber, Rolf Aufermann (Gründungsmitglied), Jürgen Conredel, Dieter Zoppa, Peter Lux, Hans Kropf (Gründungsmitglied), Jürgen Plock (Gründungsmitglied), Carlo Zur Verth, Peter Bauckhage (Gründungsmitglied) und Klaus Möglich (Gründungsmitglied) teil. ▪

WERDOHL ▪ Vor 50 Jahren am 14. Oktober 1961 wurde der Werdohler Kegelclub „Die Ruckefäller“ im damaligen Hotel „Zum Reidemeister“ gegründet. Auch wenn es der Clubname nahelegen könnte, haben die Kegler nichts mit großen Portfolios am Hut, sondern pflegen ihre Tradition auf sauerländisch-bodenständige Art.

„Wir sind doch keine Rockefeller, sonst hätten wir ja eine eigene Kegelbahn“, scherzten Ex-„Präses“ Peter Lux und der amtierende Präsident Hans Kropf. „Ruckefäller“ ist eine Wortschöpfung, die sich in der Gründerlaune aus der Kombination eines typischen Kegelablaufs ergeben hatte: „Hau ruck für die Ausholbewegung und fallen sollen ja die Kegel“, erinnert sich Gründungsmitglied Kropf.

Nachdem in den Anfangsjahren im Cafe Wiengarn (Blumen Römer), dem Hotel „Zur Post“ und dem „Deutschen Haus“ am früheren Bahnhof die Spielorte gewechselt wurden, stellte sich bei den „Ruckefällern“ ab 1969 Kontinuität ein: Seit diesem Jahr kegelt der Jubiläumsclub im Schützenhof, dem heutigen „Vier Jahreszeiten“.

Zunächst war der Samstagabend als gemeinsamer Treffpunkt für die Kegelabende ausgewählt worden: Doch weil der reine Männerclub das Motto „Beim Kegeln denk‘ nicht an die ‚Deine‘, denke stets an alle ‚Neine‘“ wohl etwas zu intensiv umgesetzt hatte, machten die Frauen der „Ruckefäller“ von ihrem Mitspracherecht Gebrauch – der Trainingsabend wurde auf den Freitag verlegt.

„Unsere Ehen haben alle gehalten, bei uns gibt es keine Scheidungen, alles ist vorbildlich verlaufen“, vermitteln Lux und Kropf augenzwinkernd, dass die damalige Entscheidung goldrichtig war.

Unter dem früheren Schützenhof-Pächter Fred Schulz begann für den Club die Blütezeit: Bei den Stadtmeisterschaften konnten die „Ruckefäller“ mehrmals den Einzeltitel und auch einmal den Titel in der Mannschaft zur Verschönerung des vereinseigenen Briefkopfes ergattern. Seit einem Jahrzehnt werden die Stadtmeisterschaften nicht mehr ausgerichtet: Das „Ruckefäller“-Duo schätzt eine Wiederauflage für schwierig ein: „Es wäre zwar schön, ist aber vom Aufwand her sehr groß. Wenn überhaupt, geht es nur mit dem gemeinsamen Engagement aller Werdohler Kegelclubs.“

Neben den Aktivitäten mit der Kugel spielte beim rührigen Club aber auch schon immer die Geselligkeit und Fortbildung eine wichtige Rolle. Was 1962 mit einer Wochenendreise nach Winterberg im Sauerland begann, entwickelte sich in der Folgezeit: „Unsere traditionellen Septembertouren haben uns in den all den Jahren in viele Ecken Europas geführt. Und bei diesen Touren haben wir nicht gekegelt, sondern uns viel von den Städten und der Gegend angeschaut.“. Die diesjährige Jubiläumsfahrt Anfang September führte die Werdohler Kegler in den Osten Deutschlands: Auf der Mecklenburgischen Seenplatte wurde eine Schifffahrt gemacht, zudem wurde noch selbst „mit dem Nachen durch den Spreewald“ gepaddelt.

Von der Zukunft ihres Clubs haben der Ex-Präses Lux und der aktuelle Präsident Kropf eine genaue Vorstellung: „Es gibt keine. Wir wollen keinen Nachwuchs, der Club ist unsere Geschichte.“ Derzeit liegt das Durchschnittsalter der Mitglieder bei „70plus“ – den „Ruckefällern“ ist das „diamantene Bestehen“ zu gönnen: Herzlichen Glückwunsch zum „Goldenen“ und weiterhin „Gut Holz“.

Von Nico Schwarze

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare