Kaufinteressent für alle 570 Annington-Wohnungen

Hier am Erlhager Weg 10 bietet die Annington an zwei Tagen in der Woche insgesamt vier Stunden Sprechzeit für ihre Werdohler Mieter an. Der „Vermietungs-Point“ ist eine Wohnung in der zweiten Etage des Mehrfamilienhauses.

WERDOHL ▪ Die Deutsche Annington hat für ihren kompletten Werdohler Bestand von 570 Wohnungen einen Kaufinteressenten gefunden. Das bestätigte Unternehmenssprecher Frank Jungbluth.

Vier Wochen lang wurde allen Mietern ein Vorkaufsrecht eingeräumt, eines oder mehrere der Mehrfamilienhäuser zu kaufen (wir berichteten). Es habe zwar vereinzelt Anfragen seitens der Mieter gegeben, so Jungbluth, aber es sei kein konkreter Verkauf zustande gekommen. Aufgrund einer Vereinbarung mit dem früheren Besitzer der Wohnungen, der „Viterra“, gebe es eine so genannte „Selbstverpflichtungserklärung“. Diese Erklärung besage, so Jungbluth, dass den Mietern zunächst ein Vorkaufsrecht eingeräumt werden müsse.

Erst im zeitlichen Rahmen dieses Veräußerungsangebotes sei der Kontakt zu dem Kaufinteressenten aller Wohnungen zustande gekommen. Dieser Kaufinteressent sei ein „langfristig orientierter und interessierter Investor“, so Jungbluth. Der Deutschen Annington sei es für ihre Mieter wichtig, dass ein möglicher Käufer die Häuser „gut und nachhaltig bewirtschafte“. Über die gesetzlichen Vorschriften hinaus habe die Annington ihren Mietern besondere Rechte eingeräumt. Zahlreiche Mieter hätten sich auch ein lebenslanges Mietrecht aufgrund einer Härtefallregelung eintragen lassen, sagte Jungbluth.

Auf die Frage, ob der Verkauf des Werdohler Bestandes mit dem geplanten Börsengang der Annington Ende kommenden Jahres in einem Zusammenhang stehe, sagte Jungbluth: „Der Kauf und Verkauf von Wohnungsbeständen ist das normale Geschäft, unabhängig vom Börsengeschehen.“

Wolfgang Ewald vom Regionalrat bei der Bezirksregierung sieht das anders: „Die machen sich schön für den Kapitalmarkt.“ Die Annington verhalte sich „mieterunfreundlich“. Ewald will jetzt den Mieterverein ins Boot holen und versuchen, Kontakt zu den Mietern aufzunehmen.

Von Volker Heyn

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