Katholischer Träger bittet um Zuschuss für Kitas

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Werdohl - Die Stadt wird aller Voraussicht nach die Hälfte des Trägeranteils der beiden katholischen Kindertageseinrichtungen St. Michael und St. Bonifatius übernehmen.

Der kirchliche Träger hat nach eigenen Angaben nicht mehr genügend Geld, um die gestiegenen Betriebskosten dauerhaft decken zu können. Wenn die Stadt nicht die Hälfte des Trägeranteils übernehmen, sei das Angebot der insgesamt 114 Plätze in beiden Einrichtungen „nicht gesichert“. 

Der Jugendhilfeausschuss hat kommenden Dienstag den Antrag des katholischen Kita-Zweckverbands im Bistum Essen auf der Tagesordnung. Viel gibt es da nicht zu diskutieren, die Verwaltung hat schon alles mit der Bezirksregierung vereinbart. Es läuft darauf hinaus, dass die Stadt den halben Trägeranteil ab Januar 2018 übernimmt. 

Kindpauschale als Grundlage

Die Verwaltung nutzt den Antrag des Zweckverbandes, grundlegend die Systematik der Finanzierung von Kindergartenplätzen zu erklären. Die Grundlage der Finanzierung ist die so genannte Kindpauschale, die auf eine Einrichtung zusammenfallenden Pauschalen sind das Einrichtungsbudget. 

Das Budget eines Kindergartens wird durch die Elternbeiträge und Zuschüsse von Land und Träger finanziert. Das Land legt für seinen Zuschuss ein Beitragsaufkommen der Eltern von 19 Prozent zugrunde. Den Rest muss der örtliche Träger aufbringen, in diesem Fall entweder die Stadt, die Kirchen oder in Werdohl die Awo als so genannter freier Träger. 

Das Land beteiligt sich je nach Trägerschaft unterschiedlich an den Kosten. Die Stadt bekommt nur 30 Prozent der Kosten erstattet, die freien Träger 36 Prozent und die Kirchen 36,5 Prozent. 

Halber Trägeranteil soll übernommen werden

Der katholische Kita-Zweckverband betreibt in Werdohl die Einrichtung St. Michael an der Brüderstraße mit drei Gruppen und 70 Plätzen. 64 Plätze sind für Kinder über drei Jahre, sechs Plätze für U-3-Kinder. In St. Bonifatius in Eveking gibt es zwei Gruppen mit 44 Plätzen, davon 32 für Kinder über drei Jahre und zwölf U-3-Plätze. 

Der Kita-Zweckverband trägt bislang den Anteil von zwölf Prozent der Kindpauschalen und möchte in Zukunft nur noch sechs Prozent bezahlen. Bei Übernahme des halben Trägeranteils durch die Stadt entstehen für die Kommune Kosten von 41.000 Euro jährlich, 23.000 Euro für St. Michael und 18.000 Euro für St. Bonifatius. 

Bezirksregierung stimmt Kostenübernahme zu

Diese zusätzliche Förderung stellen freiwillige Leistungen der Stadt Werdohl dar, die bekanntlich im Solidarpakt Kommunalfinanzen generell nicht aufgewandt dürfen. Allerdings hat die Stadt Kontakt mit der Bezirksregierung aufgenommen, die der Kostenübernahme zustimmt. 

Die Begründung liegt auf der Hand: Würde die katholischen Kindergärten schließen, müsste die Kommune für die Betreuung einspringen und viel mehr Geld aufwenden als den gewünschten Zuschuss. Da der Haushalt 2017 bereits genehmigt und eine überplanmäßige Ausgabe nicht möglich ist, kann die Kostenübernahme erst ab dem Jahr 2018 erfolgen.

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