St. Petrus Canisius in Eveking besteht seit 90 Jahren

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Das neue Kirchgebäude (links im Bild) wurde im Jahre 1975 an die alte Kirche angebaut.

Werdohl - Die Filialkirche St. Petrus Canisius in Eveking wurde vor 90 Jahren erbaut, am Sonntag (3. September) wird der Geburtstag groß mit einem Gemeindefest gefeiert. Vielleicht ist es das letzte große Fest in dem Gebäudeensemble, denn es wird immer weniger genutzt und steht beim aktuellen Pfarreientwicklungsprozess im Bistum zur Disposition.

Kirchenvorstand Manfred Buchta hat das Gemeindefest organisiert und auch die Chronik der Filialkirche zusammengetragen. Das Gemeindefest beginnt um 9.30 Uhr mit einem feierlichen Hochamt in Begleitung des Michaelschores.

Nach der Messe wird drinnen und draußen gefeiert. Angebote gibt es im kleinen Pfarrsaal, auf dem Platz vor der Kirche und auf dem Platz der Malteser gegenüber. Im Kleinen Pfarrsaal gibt es Kaffee und Kuchen, auf dem Festplatz wird zum Frühschoppen eingeladen. Sofort nach der Messe gibt es für die Hungrigen Gegrilltes und Gulaschsuppe von den Maltesern.

Buchta lädt im Namen des Kirchenvorstands alle Nachbarn, Bekannte und Freunde aus Eveking ein: „Lassen Sie an diesem Sonntag die Küche kalt und uns in Gemeinschaft im Schatten der Kirche feiern.“ Bis zum späten Nachmittag werden Speisen und Getränke angeboten, jedermann sei herzlich eingeladen.

In der Chronik wird beschrieben, dass bis zum Jahr 1909 die Zahl der Katholiken im Versetal so gestiegen war, dass in der Muttergemeinde St. Michael über einen Kirchbau in Eveking nachgedacht wurde.

Katholische Männer gründeten 1910 Verein

Am 10. Oktober 1910 trafen sich 36 katholische Männer im Lokal Bauckhage und gründeten mit Pastor Körnecke einen Männerverein.

Aus dieser Bewegung heraus entstand gleich darauf ein Kirchbauverein. Man handelte damals, rückblickend gesehen, sehr entschlossen, denn kurz darauf kaufte der Pastor das heutige Kirchengrundstück dem Kaufmann Friedrich Ebbinghaus ab. 12 000 Reichsmark konnten sofort bezahlt werden, den Rest brachte nach und nach der Kirchbauverein auf. 

Die Katholiken aus dem Versetal, die jeden Sonntag zur Messe nach St. Michael in Werdohl fuhren, wollten natürlich eine eigene Gottesdienststätte im Versetal haben. Nach langen Verhandlungen wurde erreicht, dass zum ersten Mal am 1. Oktober 1922 in der katholischen Volksschule Eveking (dem heutigen Malteserhaus) die heilige Messe gefeiert werden konnte.

Nach dem Ersten Weltkrieg gingen die Versetaler daran, ihr eigenes Kirchlein zu bauen. Pastor Dohle bat jeden Versetaler Katholiken über 17 Jahre um eine monatliche Spende. Damals gehörte Eveking noch zum Bistum Paderborn, es gab sogar eine Diözesan-Kollekte für den Neubau.

Gemeindeleben auf dem Höhepunkt

So konnte 1926 mit dem Bau begonnen werden. Ende April kam der Neupriester Meinolph Kämper als Pfarrvikar nach Eveking. Unter seiner Leitung schritt der Bau der Kirche und des Pfarrhauses so rasch voran, dass schon am 3. Adventssonntag 1927 die Kirche durch Pastor Dohle ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Betrachtet man die ausführliche Chronik von St. Petrus Canisius, so kann man wohl sagen, dass es vom Kirchbau bis in die 1990er Jahre immer nur bergauf ging mit der katholischen Gemeinde im Versetal. Bei Gründung wohnten 550 Katholiken im Versetal, 1973 waren es 1900. An die bestehende Kirche wurde die neue Kirche angebaut, dazu kam der neue große Pfarrsaal darunter. 1975 wurde der Neubau eingeweiht. Mit der Anschaffung einer elektronischen Orgel 1981 war die Gestaltung der neuen Kirche abgeschlossen.

1986 wurde ein Vorraum an die Kirche gesetzt. Das Gemeindeleben im Versetal hatte seine allerbesten Zeiten. In den nachfolgenden Jahren bis heute ging die Zahl der Gemeindemitglieder zurück, im Bistum Essen sind die Priester knapp und es fehlt an Geld. Eigentlich stehen Renovierungsarbeiten an, der Große Pfarrsaal ist schon lange gesperrt.

Die katholische Kirche im Versetal hat an Bedeutung verloren. Im Pfarreientwicklungsprozess wird diskutiert, ob man das Gebäude aufgeben muss.

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