Kastrationspflicht für freilaufende Katzen kommt

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Die Erfahrung zeige, so die Frauen vom Tierschutzverein, dass kastrierte Kater ruhiger werden und nicht mehr in blutige Revierkämpfe verwickelt werden. Sterilisierte Katzen können sich nicht weiter unkontrolliert vermehren.

Werdohl - Die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in Werdohl wird kommen, der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung beauftragte am Montag die Verwaltung einstimmig, für die nächste Sitzung eine entsprechende Verordnung vorzulegen.

SPD-Fraktion und der Tierschutzverein Werdohl/Neuenrade konnten sich mit ihrer gemeinsamen Forderung ohne Diskussion durchsetzen. 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh sagte dem Ausschuss am Montag unter Vorsitz von Jürgen Henke (SPD) zu, dass bis zur nächsten Sitzung ein Entwurf für eine Verordnung zur Erfassung, Kennzeichnung und Kastration freilaufender Katzen vorgelegt werde. Sie betonte, dass es sich dabei nicht um eine verpflichtende Maßnahme der Verwaltung zur Gefahrenabwehr handele, sondern um die Erfüllung eines politischen Willens. Voßloh: „Wir müssen es nicht, aber wir wünschen es.“ 

Versprechen der Bürgermeisterin

Die Bürgermeisterin versprach wohl auch in Richtung der etwas kritisch dreinblickenden CDU-Ausschussmitglieder: „Wir können eine Verordnung auf den Weg bringen, die Ihre Zustimmung finden wird.“ Außerdem werde mit so einer Verordnung die ehrenamtliche Arbeit des Tierschutzvereins unterstützt. 

Brigitte Meinen (links) vom Tierschutzverein machte deutlich, wie nötig die Kastrationspflicht für Katzen in Werdohl sei. Marlies Ruth saß mit am Tisch im Ratssaal.

Um den SPD-Antrag zu untermauern, waren Brigitte Meinen und Marlies Ruth vom Tierschutzverein in den Ausschuss gebeten worden. Meinen machte drastisch deutlich, wie nicht kastrierte Katzen wild leben. Sie seien verlaust, verfloht und verwanzt, litten an Katzenschnupfen sowie Katzen-Aids und lebten allgemein in erbärmlichen Verhältnissen. In diese schlechten Lebensbedingungen hinein vermehrten sich die Katzen kaum kontrolliert und würden die immer schlechter werdenden Gene um Generationen weiter geben. 

Tierschutzverein geht Hinweisen von Anwohnern nach

Die Frauen vom Tierschutzverein gehen Hinweisen von Anwohnern nach, greifen wilde Katzen auf, päppeln sie auf, lassen sie kastrieren und setzen sie wieder aus. Katzenkinder von unkastrierten Hauskatzen würden anonym in der Auffangstation abgegeben, nach der Kastration beziehungsweise Sterilisation würden diese Tiere vermittelt. 800 Euro bekommt der Verein dafür jährlich von der Stadt, der weitaus größere Anteil komme von Spendern, Mitgliedsbeiträgen und eigenen Erlösen aus Aktionen. Meinen: „Ob wilde oder frei laufende Katzen – das muss eingedämmt werden.“ 

Bei der CDU war man der Meinung, die Kastration sollte gesetzlich vorgeschrieben sein. Da es dieses Gesetz nicht gibt, erlassen Städte und Kreise eigene Verordnungen. CDU, WBG und FDP stimmten dem SPD-Antrag zu. Meinen hat Hoffnung auf eine rasche Veränderung: „Der Bestand wird sich ganz sicher reduzieren.“

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