Shanty-Chor Werdohl ohne musikalische Leitung

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Der langjährige Shanty-Chorleiter Karl Neuhaus nahm die Glückwünsche zum 70. Geburtstag am 31. Dezember 2013 vom Vorsitzenden Friedrich Wilhelm Kilsch (zweiter von rechts) entgegen. Jetzt legte er sein Amt nieder.

Werdohl - Nach nicht ganz zehn Jahren seines Bestehens steht der Werdohler Shanty-Chor ohne Chorleiter da. Karl Neuhaus (73), der diesen Chor ins Leben gerufen hat, musste – wie er es selbst formulierte – aus gesundheitlichen Gründen die musikalische Leitung abgeben. Einen Nachfolger für die Sparte Gesang gibt es noch nicht.

Jürgen Ebert aus Schalksmühle, der dem Ensemble als Akkordeonspieler angehört, leitet den Chor übergangsweise, so bestätigte Vorsitzender Friedrich Wilhelm Kilsch und lobte: „Der macht es gut und die Männer ziehen mit“.

„Es ist mir schwergefallen, mein Baby abzugeben“, bedauerte Karl Neuhaus die Situation. Krankenhausaufenthalte und ein Herzschrittmacher ließen keinen anderen Schritt zu. „Die Gesundheit geht vor“, so Neuhaus in einem Gespräch. Dass es nach der Jahreshauptversammlung des Vereins von Mitte November 2016 letztlich zu Spannungen zwischen ihm und der Sängerschar gekommen war, mochte er nicht in Abrede stellen.

Vor rund fünf Monaten bei der insgesamt sehr positiven Jahresbilanz im Versevörder Hof hatte Karl Neuhaus zwar betont, der Shanty-Chor Werdohl sei nicht nur eine Bereicherung der Chorszene, sondern ein Juwel. Damit das auch weiterhin so bleibt, mahnte er seinerzeit eine „unbedingt erforderliche Stimmbildung“ an, denn nur so lasse sich das inzwischen erreichte Niveau erhalten.

Wochenend-Auftritte gesichert

Für den Chorleiter war die Ableitung aus dieser Feststellung klar: Es sei immer besser, wenn die Zuhörer Verbesserungen in den Vorträgen registrieren als eine Verschlechterung. Stimmbildung sei zwar anstrengend aber unverzichtbar. Der Start für diese – zusätzlich zum Probenprogramm – Stimmbildung war für Anfang 2017 festgesetzt. Zuletzt allerdings „haben sich nur noch drei Sänger daran beteiligt“. Es bestehe offenbar kein Interesse an einer solchen Maßnahme, beklagte Neuhaus die Situation.

Gleichwohl wolle er sich weiter für den Chor engagieren. Auf der Suche nach einem Nachfolger „stehe ich mit Rat und Tat zur Verfügung“, so sein Angebot.

Rücktritt hinterlässt Spuren

Die Aufkündigung der Chorleitung hinterlässt indes Spuren. Auftritte während der Woche, so der Vorsitzende Friedrich Wilhelm Kilsch, würden wohl ein Problem. Sowohl der Interimschorleiter und Akkordeonspieler Jürgen Ebert, als auch der zweite Akkordeonspieler Björn Wilke sind berufstätig und damit nicht zwingend Herr ihrer Zeit. Die Wochenend-Termine hingegen seien zu stemmen.

Das gilt dann wohl auch für den Auftritt am 1. Mai, wenn die Lennefontäne wieder in Betrieb geht und daraus ein kleines Fest wird – so wie in den vergangenen Jahren. Eins wird allerdings anders sein: Vorsitzender Kilsch kündigte an, dem Gründer des Shanty-Chores an diesem Tag eine Urkunde überreichen zu wollen, mit der er dann das erste Ehrenmitglied des Vereins wird. Zunächst jedoch solle er sich erholen „und wieder auf die Beine kommen“.

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