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Karl Michael Dommes: Volksbank-Vorstandssprecher geht in Ruhestand

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Von: Thomas Krumm

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Karl Michael Dommes (Mitte) geht Ende November in den Ruhestand. Vorstandsvorsitzender Roland Krebs (rechts) ehrte ihn für seine Arbeit.
Karl Michael Dommes (Mitte) geht Ende November in den Ruhestand. Vorstandsvorsitzender Roland Krebs (rechts) ehrte ihn für seine Arbeit. © Sekavcnik

Vorstandssprecher Karl Michael Dommes, das bekannteste Gesicht der Volksbank in Südwestfalen, verabschiedet sich Ende November in den Ruhestand.

Werdohl/Neuenrade – Die Versammlung der Vertreter seines Geldinstituts im Kaisergarten stand deshalb im Zeichen des Abschieds: Volksbank-Vorstand Roland Krebs hielt zum Abschied eine Laudatio auf einen „ feinen Menschen“ und „Genossenschaftsbanker und Unternehmer mit Leib und Seele“. 30 Jahre bestimmte Karl Michael Dommes als Vorstand die Geschicke der heutigen Volksbank in Südwestfalen maßgeblich mit. Insgesamt war er 47 Jahre, also während seines gesamten Berufslebens, im genossenschaftlichen Bankensektor tätig.

Und so war es vermutlich der letzte Bericht zur Lage seines Geldinstituts, den Karl Michael Dommes hielt. Der Vorstandssprecher stellte seine Überlegungen unter das Bild des schwarzen Schwans, der zum Wappentier des 21. Jahrhunderts zu werden drohe, und zählte ausgewählte Gestalten dieses Vogels auf: Fukushima, die Finanzkrise, der Ukraine-Krieg. Letzterer hat durch die Verknappung von Energie und Rohstoffen bekanntlich erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage. „Auf die Situation, dass aus Russland kein Gas mehr kommt, konnte man sich als Unternehmen nicht wirklich einstellen“, stellte Karl Michael Dommes fest und benannte die Folgen: eine derzeit fast 46-prozentige Steigerung der Erzeuger-Preise und das Risiko weiter steigender Preise für Energie, Rohstoffe und Produktionsmittel. Sein Fazit: „Die mittelständische Wirtschaft braucht Hilfe gegen die hohen Energiepreise.“

Die Auswirkungen auf die Geschäftssituation der Volksbank halten sich auf dem Hintergrund dieser Situation noch in Grenzen. Der Vorstandssprecher berichtete von einer „stabilen Kreditnachfrage im gewerblichen Bereich“. Folgen für den Umfang der vergebenen Baufinanzierungen könnten die gestiegenen und weiterhin steigenden Kreditkosten haben: „Die Bauzinsen haben sich vervierfacht.“ Eine solche Entwicklung birgt Risiken auch für eine Bank: „Wir müssen schauen, wie es um die Bonität bestellt ist.“ Mit einer hohen Inflation müsse man „zu leben lernen“. Es gebe aber Signale „erster Entspannungstendenzen der Inflation im Euro-Raum“: Sein Fazit: „Es bleibt wohl unfreiwillig spannend.“ Die Volksbank habe sich auch in der Vergangenheit „durch Krisen und Kriege zu dem entwickelt, was sie heute ist“. Ihren Kunden versprach er, dass das Geldinstitut auch in Zukunft „ein verlässlicher und starker Partner“ sein werde.

Nach der Laudatio von Volksbank-Vorstand Roland Krebs trat Karl Michael Dommes zu vorgerückter Stunde noch einmal ans Rednerpult und erzählte, wie seine Karriere um ein Haar anders verlaufen wäre. „Zur Azubi-Aufnahmeprüfung bin ich seinerzeit aus Unkenntnis in die Sparkasse gegangen, wo sich das Missverständnis Gott sei Dank bald aufklärte.“

Er verabschiedete sich mit einem nachdrücklichen Dank von „fast 600 Kolleginnen und Kollegen, die mich in all den Jahren so tatkräftig unterstützt, bestärkt und hervorragende Leistungen gezeigt haben“. Und mit einem persönlichen Fazit: „Die Arbeit hat mir über all die Jahre unwahrscheinlich viel Spaß gemacht. Ich durfte mitbauen an diesem Haus Volksbank in Südwestfalen. Wir haben solide gebaut. Ich wünsche allen, die am weiteren Aus-, Um- und Erweiterungsbau beteiligt sein werden, stets eine glückliche Hand.“

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