Kommunalpolitiker sind froh, dass Gerangel zwischen Kanzlerkandidaten beendet ist

CDU soll sich um Sachfragen kümmern

Die CDU-Kandidaten-Frage ist entschieden: Armin Laschet (links) bewirbt sich um die Kanzlerschaft. Markus Söder hat sich zurückgezogen.
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Die heimischen Kommunalpolitiker begrüßen, dass die Entscheidung zwischen den Kanzlerkandidaten Söder und Laschet jetzt gefallen ist. Begeisterung löst die Personalie aber nicht bei allen aus.

Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der CDU. Der Parteibundesvorstand hat sich am Dienstag für den CDU-Vorsitzenden und NRW-Ministerpräsidenten ausgesprochen. Mitbewerber Markus Söder hat diese Wahl akzeptiert.

Heiner Burkhardt, Ehrenvorsitzender der Werdohler CDU, nennt den Kanzlerkandidaten schmunzelnd einen „Leeve Jung“ (Lieben Jungen) und stellt fest: „Ich hätte wahrscheinlich anders entschieden. Andererseits hört man immer wieder, dass Armin Laschet unterschätzt wird.“ Burkhardt kritisiert, dass sich die Union nicht schon früher mit der Kandidatenfrage auseinandergesetzt hat. „Das wäre bedeutend besser gewesen.“

Laschet „zu zahm und zu vorsichtig“

CDU-Ratsmitglied Manfred Buchta empfindet Laschet ebenfalls als „zu zahm“, auch sei er „zu vorsichtig“. Markus Söder sei forscher, direkter und bilde sich schneller eine Meinung. Ebenso wie Burkhardt ist Buchta aber dennoch der Ansicht, dass die CDU jetzt nicht zurückblicken dürfe und unbedingt an einem Strang ziehen müsse.

Die letzte Aussage kann auch CDU-Ratsherr Michael Schürmann unterschreiben: „Es ist gut, dass man sich jetzt endlich geeinigt hat.“ Es werde Zeit, dass sich die CDU endlich um Sachfragen kümmere: „Es gibt genug Sachprobleme, die wir im Vorfeld der Wahl diskutieren müssen.“ Er persönlich könne mit dem Kanzlerkandidaten Laschet durchaus leben.

„Hin und Her“ nicht nachvollziehbar

„Armin Laschet hat wiederholt gezeigt, dass er kämpfen kann. Das trauen ihm vielleicht nicht alle zu“, stellt Detlef Seidel fest. Der Vorsitzende der Werdohler CDU und Schriftführer des CDU-Kreisverbands konnte das „Hin und Her“ in den vergangenen Tagen nicht nachvollziehen. „Nach den Äußerungen von Herrn Söder war doch eigentlich längst klar, dass er Armin Laschet den Vortritt lassen wird.“ Die Feststellung einiger CDU-Politiker, die Basis wünsche sich Söder als Kanzlerkandidaten, hält Seidel für nicht bewiesen: „Was die Basis sagt, ist auf den ersten Blick nicht immer klar erkennbar.“ Wer das herausfinden wolle, der müsse schon im Detail nachforschen.

Heimische Sozialdemokraten halten sich mit Kritik zurück

Während politische Kontrahenten auf nationaler Ebene nicht mit Kritik am Vorgehen der CDU in Sachen Kanzlerfrage sparen, hält sich Kommunalpolitiker Thomas Wette sehr zurück: „Die SPD hat sich bei einer ähnlichen Gelegenheit vor Jahren auch nicht mit Ruhm bekleckert.“ Deshalb sei das Draufhauen auf den politischen Gegner nicht angebracht, stellt der Fraktionsvorsitzende der Neuenrader Sozialdemokraten fest. Kanzlerkandidat Armin Laschet sei ihm „nicht ganz unsympathisch“. Er können sich vorstellen, dass der Weg zu einer gerechteren Republik mit Armin Laschet vielleicht eher gelingen könne als mit anderen CDU-Kandidaten.

Dagegen kann sich Werdohls SPD-Chef Udo Böhme den NRW-Ministerpräsidenten nicht als Kanzler – insbesondere nicht auf internationaler Bühne – vorstellen. Auch Böhme möchte keine Parteischelte betreiben: „Es war nicht berauschend wie es gelaufen ist, aber das ist Sache der CDU.“

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