Noch keine Konzession vergeben

Kampf der Wettbüros in Werdohl: Nur einer wird gewinnen

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Im ehemaligen Café Wiengarn möchte ein Franchise-Nehmer von Tipwin aus Ahlen einen Betrieb eröffnen. Laut Bezirksregierung ist Tipwin aber noch keine Lizenz für Sportwetten erteilt worden.

Werdohl – Die Situation der beiden Wettannahmestellen an der Werdohler Stadtbrücke ist eineinhalb Monate nach der gesetzlichen Neureglung ungeklärt, das bestätigte die Bezirksregierung Arnsberg durch ihren Sprecher Christoph Söbbeler.

Wenn die ab Januar 2020 veränderte Rechtslage ausgeschöpft wird, kann wegen der Abstandsregelung von 350 Metern nur eines der beiden Wettbüros existieren. Wie das ausgehen wird, kann Söbbeler nicht sagen. Es gebe zumindest in NRW noch keinerlei Erfahrungen mit solchen Situationen. Ob Bestandschutz gelte oder ob und wie Schließungen angeordnet würden, könne derzeit niemand sagen. 

Fest stehe nur, dass der bereits bestehende Einzelbetrieb eines privaten Betreibers für eine zukünftige Legalisierung eine Konzession brauche. Solche Zulassungen gab es vorher nicht, Sportwetten waren eine Grauzone im Glücksspielstaatsvertrag. Erst seit Anfang des Jahres ist die Bezirksregierung Arnsberg für die Lizenzerteilung bei Einzelbetrieben zuständig. Wegen der Vielzahl der Anträge und aufgrund der Neuheit des Verfahrens seien bislang noch keine Lizenzen erteilt worden, sagte Söbbeler. Für Konzessionen für Wettanbieter-Ketten wie Tipwin oder Tipico ist nicht Arnsberg zuständig, sondern das Land Hessen, vertreten durch das Regierungspräsidium Darmstadt. Allerdings sei auch von dort noch keine einzige Lizenz an die großen Anbieter erteilt worden. 

Firmensitz in Malta

In Werdohl möchte ein Ahlener Franchise-Nehmer von Tipwin (mit Sitz in Malta) eine Filiale im ehemaligen Café Wiengarn eröffnen. Ein Mitarbeiter berichtete, man habe eine Genehmigung. 

Das kann die Bezirksregierung nicht bestätigen. Man könne nur festhalten, so Christoph Söbbeler, dass aktuell weder Tipwin, noch dessen Franchise-Nehmer, noch der Werdohler Einzelbetreiber eine Zulassung hätten. 

Weniger als 350 Meter voneinander entfernt

Hinzu komme, dass beide Standorte weniger als 350 Meter voneinander entfernt liegen. Diese Abstandsregelung sei gesetzlich verankert. Auch das bestätigte Söbbeler. Geht es nach dem neuen NRW-Gesetz, kann in Zukunft nur ein Betrieb an der Stadtbrücke legal existieren. Die Inhaber der beiden Werdohler Wettbüros halten ihre Namen geheim, demzufolge gibt es auch keine Stellungnahmen von ihnen.

Bis zum Jahresende 2019 konnten Anbieter von Sportwetten in Deutschland fast alles tun, was sie wollten, sie hatten kaum etwas zu befürchten. Die privaten Sportwetten-Unternehmen – oft ausgestattet mit einer europäischen Lizenz – hatten sich sogar vom Europäischen Gerichtshof in Luxemburg attestieren lassen, dass niemand ihr Treiben bestrafen darf, da der Staat bis dato nicht in der Lage war, ihnen Lizenzen zu geben. So konnten sich in diesem Graubereich viele Wettanbieter etablieren. Dank des Internets und neuer Spielformen steigt der Einsatz seit Jahren. Laut Schätzungen der Glücksspielaufsichtsbehörden setzten Menschen 2017 rund sieben Milliarden Euro auf ihre Favoriten bei Sportereignissen, meistens im Fußball, ein Jahr zuvor waren es erst 5,9 Milliarden Euro. Der staatliche Wettanbieter Oddset spielt im Vergleich zu Tipico und Co. kaum noch eine Rolle.

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