Kampf für neuen Jugendtreff am Pungelscheider Weg

Auf Einladung der Wohnungsgesellschaft sprachen die Anwohner in Pungelscheid vor allem ihre Bedenken gegen die Einrichtung eines Jugendtreffs im ehemaligen Schlecker-Markt aus.  - Fotos: Heyn

Werdohl - „Wir sind mit allem, was wir haben, daran interessiert, im ehemaligen Schlecker-Ladenlokal in Pungelscheid Jugendarbeit zu machen.“ Dem stellvertretenden Fachbereichsleiter Bodo Schmidt war diese Feststellung am Dienstag im Jugendhilfeausschuss so wichtig, dass er sich nach der eigentlich schon beendeten Debatte noch einmal zu Wort meldete.

Schmidt verdeutlichte, dass die Wohnungsgesellschaft am Zuge sei. „Der Schlecker-Markt ist unserer Meinung nach die allerbeste Lösung, aber unser Partner, die Woge, muss da mitmachen.“ Vor vier Wochen habe es auf Einladung der Woge, der das Mietshaus am Pungelscheider Weg gehört, ein Treffen mit den unmittelbaren Nachbarn gegeben (wir berichteten). Dort habe es einen „Austausch erheblicher Bedenken“ der Nachbarn gegeben, schilderte Schmidt dem Ausschuss die Sicht der Verwaltung. Bei diesem ersten Gespräch seien nicht alle betroffenen Anwohner erschienen. Es sei vereinbart, sich noch einmal an Ort und Stelle zu treffen. Nach diesem zweiten Treffen werde sich die Woge entscheiden, so Schmidt, ob sie das Ladenlokal an die Stadt vermieten werde. Schmidt: „Bis zum Jahresende werden wir wissen, ob wir in den Räumen arbeiten dürfen oder nicht.“ Ausschussvorsitzender Frank Jardzejewski (CDU) fragte, ob denn seit der Schließung des Jugendraumes an der Meilerstraße noch offene Jugendarbeit in Pungelscheid stattfinde oder ob Kinder und Jugendliche in die Stadt gefahren würden.

Offene Jugendarbeit würde dort nicht geleistet, so Schmidt, und der eingesetzte Streetworker könne das auch nicht auffangen. Jugendpfleger Michael Tauscher berichtete, dass die Kinder auf Nachfrage des Streetworkers kein Interesse an einem Hol- und Bringdienst zum JBZ gezeigt hätten, sie wollten in Pungelscheid bleiben. Die Jugendlichen hätten auf dieses Angebot hin erklärt, sie könnten den Treff in der Stadt selbständig aufsuchen.

Volker Oßenberg von der WBG fragte, ob das Jugendamt über eine Zwischen-Lösung nachgedacht habe. Das habe man selbstverständlich, so Schmidt, aber auch eine Übergangslösung bedürfe eines Konzeptes und eines Raumes. Matthias Wershoven (SPD) regte an, die beiden leerstehenden Ladenlokale am Netto-Markt zu nutzen. Daraufhin Schmidt: „Der Netto-Markt ist für die Jugendarbeit ein völlig verbrannter Ort, da wollen wir auf keinen Fall hin.“ Im Moment herrsche dort Ruhe – „und das soll auch so bleiben“. Der Jugendarbeit sei mit einer „Feuerwehr-Lösung“ nicht gedient. Es müsse jetzt erst die Entscheidung der Woge abgewartet werden.

Von Volker Heyn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare