Kaminbrand: Feuerwehr fast drei Stunden im Einsatz

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Die Feuerwehr holte auch die glühenden Reste des Holzfeuers aus dem Ofen. Den Kamin legte der Schornsteinfeger vorübergehend still.

Werdohl - Zu einem Kaminbrand musste die Feuerwehr in dieser Woche nach Pungelscheid ausrücken. Fast drei Stunden waren die Brandbekämpfer dort im Einsatz, bis die Gefahr schließlich gebannt war.

Dabei wären solche Zwischenfälle beim Heizen mit Holz vermeidbar, meint Stadtbrandinspektor Kai Tebrün. 

Bitterkalt war es am Mittwochnachmittag auch in Pungelscheid. Kein Wunder, dass aus dem einen oder anderen Kamin Rauch quoll – sichtbares Zeichen, dass dort die Wohnräume durch ein Holzfeuer im Ofen auf Wohlfühltemperatur gebracht werden sollten. In einem Einfamilienhaus Im Sundern ging das allerdings gehörig ins Auge. Der Schornstein erhitzte sich dermaßen, dass die Feuerwehr und der Schornsteinfeger eingreifen mussten. 

Wie ist es zum Schornsteinbrand gekommen? 

„Im Schornstein hatte sich Glanzruß gebildet und den Querschnitt des Rauchabzugs verengt“, beschrieb Feuerwehrchef Tebrün die Situation, die typisch ist für einen Kamin- oder Schornsteinbrand. Glanzruß, auch Hartruß genannt, ist zäh wie Teer und lagert sich als klebrige Schicht in den Ofenrohren und an den Innenwänden des Kamins ab. Flammen oder Funken können ihn irgendwann entzünden und einen gefährlichen Schornsteinbrand auslösen, bei dem Temperaturen bis zu 1400 Grad Celsius entstehen können. Dadurch quillt der Glanzruß auf ein Vielfaches seines Kaltvolumens auf und verstopft den Abgasweg. Durch den Hitzestau kann der Schornstein reißen. 

Was hat die Feuerwehr unternommen? 

Die erste Aufgabe der Feuerwehr war es deshalb auch in Pungelscheid, zunächst den Schornstein wieder freizumachen. Einen Schornsteinbrand mit Wasser zu löschen, verbietet sich, weil dabei explosionsartig Wasserdampf entstehen kann. Die Einsatzkräfte verwendeten ein Kaminkehrgerät. Auch der Schornsteinfeger wurde herbeigerufen, um die ganze Ofenanlage zu begutachten. Der habe den Kamin dann erst einmal stillgelegt, damit er professionell gereinigt werden könne, sagte Feuerwehrchef Tebrün. Die Feuerwehr hat das Haus noch mit einer Wärmebildkamera untersucht, um noch versteckte Glutnester in Hohlräumen oder Deckendurchführungen ausschließen zu können. 

Wie lässt sich ein Kaminbrand verhindern? 

Vorfälle wie dieser ließen sich nach Einschätzung Tebrüns durch richtiges Heizen mit Holz vermeiden. Natürlich dürfe zunächst einmal nur trockenes Holz verbrannt werden; Holz mit mehr als 20 Prozent Restfeuchte gehöre nicht in einen Ofen. Das lasse sich mit einfachen Messgeräten aus dem Baumarkt kontrollieren. 

„Außerdem braucht Holz ausreichend Sauerstoff, um sauber zu verbrennen“, warnt Tebrün auch davor, die Lüftungsklappen des Ofens zu weit zu schließen, um den Verbrennungsprozess in die Länge zu ziehen. Dann verbrenne Holz bei zu geringer Temperatur, was dazu führe, dass der Rauch viele unverbrannte Abgase enthalte, die im Ofenrohr oder Schornstein kondensieren und sich als Glanzruß ablagern.

Wer ein prasselndes Feuer im Kaminofen ungetrübt genießen will, findet auch im Schornsteinfeger einen kompetenten Ratgeber.

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