Die innere Begeisterung zählt

Auch Eva Lotz, Kara Stemski und Anna Lotz (von links) konnten beim Beratungsvorspiel am Samstag in der Musikschule überzeugen. Die Jury lobte vor allem den homogenen Klang und das gute Zusammenspiel. -  Foto: Goor-Schotten

WERDOHL -  Drei kritische Juroren, die jeden Ton verfolgen, sich anschließend beraten und dann ein Urteil abgeben – ein wenig erinnerte das Beratungsvorspiel der Musikschule Lennetal am Samstag an die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“. Und ähnlich aufgeregt wie die Bewerber im Fernsehen waren auch die 58 jungen Musiker, die sich für das Vorspiel gemeldet hatten. Dabei hatten sie von Andrea Waesch, Sebastian Hoffmann und Christoph Pithan keine vernichtenden Bemerkungen zu erwarten.

Den drei Musikschullehrern ging es darum, zu sehen, wo ihre Schüler stehen und wo sie etwas verbessern können. So sparten sie nicht mit Lob und übten bestenfalls konstruktive Kritik. Als Alternative zum Wettbewerb „Jugend musiziert“ mit seinen strengen Bewertungsregeln sehen sie das Beratungsvorspiel. Es komme nicht nur darauf an, technisch perfekt zu spielen, meinte Andrea Waesch. „Die innere Begeisterung zählt“, ergänzte Sebastian Hoffmann.

Gleichwohl konnten sie sich über viele ausgezeichnete Vorträge der Streicher freuen, die in diesem Jahr an der Reihe waren (im kommenden Jahr steht das Vorspiel für Schlagwerker, Klavier und Bläser auf dem Programm). Bemerkenswerte Leistungen bekamen die Juroren zu hören – und Außergewöhnliches, wie das Stück „Sonnenschein“, das eine junge Geigerin am Morgen spontan komponiert hatte und vorspielte. „So etwas ist toll, auch wenn dann natürlich noch nicht jeder Ton stimmt“, erklärte Andrea Waesch: „Genau darauf kommt es uns an.“

Ein kleines Casting war das Bewertungsvorspiel aber dann doch. Nach einem langen Tag voller Musik wählen die drei Juroren jetzt die jungen Musiker für das Förderpreiskonzert am 9. Juni um 10 Uhr im Plettenberger Ratssaal aus. Auch wer nicht dabei ist, bekommt ein Zeugnis – und profitiert von der Erfahrung, auch diese aufregende „Prüfungssituation“ bewältigt zu haben.

- Von Hildegard Goor-Schotten

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