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Juniorwahl zum Landtag: So geben Schüler ihre Stimme ab

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Von: Volker Heyn

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Diese vier jungen Frauen sind Profis in Sachen Wahlorganisation (von links): Inna Lysenko aus Neuenrade, die beiden Werdohlerinnen Pelin Tipirdamaz und Dinora Kock sowie Dilam Cetin aus Plettenberg bildeten auch schon bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 einen von mehreren Wahlvorständen an der AEG.
Diese vier jungen Frauen sind Profis in Sachen Wahlorganisation (von links): Inna Lysenko aus Neuenrade, die beiden Werdohlerinnen Pelin Tipirdamaz und Dinora Kock sowie Dilam Cetin aus Plettenberg bildeten auch schon bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 einen von mehreren Wahlvorständen an der AEG. © Volker Heyn

Nicht nur die Briefwähler, sondern auch die Hälfte der Mädchen und Jungen von Werdohls größter Schule haben schon gewählt. Obwohl viele der Schülerinnen und Schüler noch keine 18 Jahre alt sind, haben sie ihre Stimmen für die Direktkandidaten des Wahlkreises 121 abgeben dürfen. Das Ergebnis der Juniorwahl 2022 an der AEG steht Freitagmittag fest, wird aber vereinbarungsgemäß erst am Sonntagabend veröffentlicht.

Werdohl ‒ Pelin Tipirdamaz ist 18 Jahre alt, Werdohler Schülerin an der AEG und gehört zu einem Wahlvorstand der Juniorwahl. Sie darf auch bei der Landtagswahl am Sonntag ihre Stimme abgeben und hat sich bereits entschieden. Zusammen mit ihren noch minderjährigen und nicht wahlberechtigten Mitschülerinnen Inna Lysenko aus Neuenrade, Dinora Kock aus Werdohl und Dilam Cetin aus Plettenberg gehört sie zu einem der fiktiven Wahlvorstände an der Gesamtschule, die mit der Durchführung der Juniorwahl betraut sind. Die vier jungen Frauen hatten schon die Bundestagswahl als Juniorwahl mitorganisiert, sie kennen sich gut aus mit den Abläufen. Die Initiative zur Beteiligung an der Juniorwahl geht von Ronny Brückner aus, er ist Lehrer für Geschichte und Sozialwissenschaften und unterrichtet an der AEG seit 2019. In Werdohl hat er die Bundestagswahl im Herbst vergangenen Jahres und die jetzige Landtagswahl organisiert. Drei frühere Juniorwahlen hatte er auch schon an anderen Schulen auf die Beine gestellt.

Die Juniorwahl ist fast identisch wie die richtige Landtagswahl organisiert. Alle Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis zwölf an der AEG sind in Wählerlisten eingetragen, alle haben eine persönliche Wahlbenachrichtigung bekommen, die beim Urnengang vorgewiesen und abgegeben werden muss. In einem Raum an der AEG ist das Wahllokal eingerichtet, vor den Augen des vierköpfigen Wahlvorstands ist die versiegelte Wahlurne aufgebaut, die Wahlzettel liegen griffbereit. In Dreier- und Vierergruppen kommen die Jugendlichen zur Wahl, nehmen den Stimmzettel in eine der vier Wahlkabinen zwischen hohen Regalen mit und werfen nach den beiden Kreuzen für Erst- und Zweitstimme ihren Wahlschein in die Urne.

Ab Freitagmittag nach Ende der vierten Stunde wird ausgezählt. Mindestens zwei Mal, bei Unstimmigkeiten auch ein drittes oder viertes Mal. Das Ergebnis wird online bei der Projekt-Homepage gemeldet und ab Sonntagabend über die internen Schulkanäle, die sozialen Netzwerke und die Schul-Homepage veröffentlicht.

Knapp zwei Wochen hat sich die Schule auf die Juniorwahl vorbereitet. Für größere Aktionen wie die Einladung von Direktkandidaten oder Diskussionsrunden war keine Zeit. Die Schule steckt mitten in den Abiturprüfungen und den Zentralen Abschlussprüfungen.

Trotz dieses Stresses war es für alle eine spannende und lehrreiche Erfahrung. Viel diskutiert wurde im Unterricht übrigens die Frage des Wahlalters. Die Meinungen dazu seien gemischt, meint Lehrer Brückner. Einige wollten unbedingt mit 16 zur Landtags- und zur Bundestagswahl, andere wiederum hielten sich in diesem Alter noch für zu unvorbereitet. Wie eine Wahl grundsätzlich funktioniert, wissen jedenfalls jetzt alle.

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