Kinder- und Jugendparlament soll entstehen

Michael Tauscher sowie Anna Reith (Mitte) und Christine Sabanci-Henkes laden in den Schrottkeller ein. Foto: Meyer

Werdohl - Bei vielen Belangen in ihrer Heimatstadt werden Kinder und Jugendliche kaum oder überhaupt nicht gefragt – das soll sich nun ändern. Im Jugendhilfeausschuss Anfang September wurde über die Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlamentes entschieden.

„Das Projekt ist uns sehr wichtig und wir wollen es zu einem festen Bestandteil in der offenen Jugendarbeit machen. Jungen Erwachsenen soll eine Möglichkeit zur Mitbestimmung über Themen, die sie in der Stadt betreffen, geschaffen werden,“ sagte Jugendpfleger Michael Tauscher bei der Vorstellung des Projekts.

Im Kinder- und Jugendhilfegesetz heißt es, dass Kinder und Jugendliche entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen sind. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind dadurch aufgefordert, die Wünsche, Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen zu ermitteln. Dies bedeutet auch, dass junge Erwachsene an sie betreffende politische Entscheidungen beteiligt werden sollen. „Das Kinder- und Jugendparlament soll ein Organ der Einflussnahme sein“, erklärte Tauscher.

Als 1966 der Jugendraum unter der Turnhalle der Städtische Evangelische Martin Luther-Grundschule in Ütterlingsen als eine der ersten Jugendeinrichtungen im Stadtgebiet entstand, schuf die Jugendhilfe „etwas ganz Neues“, meinte Tauscher. Das zukünftige Kinder- und Jugendparlament soll sich deshalb in der Anfangsphase im Schrottkeller treffen. Nach den Herbstferien können sich dort interessierte Jugendliche bis 21 Jahre jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr treffen und Ideen sowie Ziele entwickeln. „Wir von der Jugendhilfe wollen die Aktiven unterstützen und beraten. Aber das Kinder- und Jugendparlament soll aus sich selbst heraus leben und eigene Interessen vertreten“, so der Jugendpfleger.

Unterstützt wird das Projekt durch eine Zuwendung des Landschaftsverband Westfalen-Lippe über 5000 Euro. „Das Geld soll für Exkursionen, Informationsmaterial, Einladung von Referenten und Ausstattung des Jugendraumes genutzt werden“, sagt Christine Sabanci-Henkes, Leiterin der Jugendeinrichtung, die zusammen mit der angehenden Erzieherin Anna Reith erste Pläne für das neue Kinder- und Jugendparlament aufgestellt hat. Bis Ende Juli 2015 sollen unter anderem Ausflüge zum Landtag und Bundestag sowie Vorträge von lokalen Politikern stattfinden. Am 22. September geht es zudem in den Kreis Recklinghausen. Dort soll das seit langer Zeit aktive Kinder- und Jugendparlament der Stadt Waltrop besucht werden.

Interessierte Jugendliche können sich unter Tel. 0 23 92/ 35 52 im Schrottkeller oder unter 50 69 71 4 bei Jugendpfleger Tauscher melden. Informationen gibt es auch auf der Facebookseite des Jugendzentrums. - Von Martin Meyer.

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