Junge Sinfoniker begeistern ihr Publikum am Riesei

Konzertmeisterin Carlotta Wareham und das Märkische Jugendsinfonieorchester liefen zur Höchstform auf.

WERDOHL ▪ Zum Abschluss ihrer Konzertserie trat das Märkische Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Thomas Grote nach zwei Gastspielen in Halver und einem weiteren in Menden am Sonntagabend im Werdohler Festsaal am Riesei auf – und begeisterte.

„Der Applaus ist unser Gradmesser und der sprach eine eindeutige Sprache. Dem Publikum hat es offenbar sehr gut gefallen. Sie hätten gerne noch eine weitere Zugabe gehabt. Und was die Besucherzahlen angeht, bin ich sehr positiv überrascht“, freute sich der Dirigent über den großen Zuspruch.

Das diesjährige Winterprogramm des Märkischen Jugendsinfonieorchesters besaß den Titel „Morgenstimmung“ und hielt eine interessante Auswahl aus klassischen und romantischen Stücken parat. Zur Vorbereitung auf die Konzertserie bezogen die Musiker um den Jahreswechsel ihr Quartier in Morsbach im Bergischen Land. Eine Woche studierten sie dort intensiv das überaus anspruchsvolle Programm ein. Das Schauspiel war das beherrschenden Thema im fast ausverkauften Festsaal.

Zum Einstieg präsentierte Grote die Mozart-Ouvertüre „Der Schauspieldirektor“. Als untypisch für Mozart bezeichnete Grote das Werk, ins Programm passte das Singspiel aber perfekt.

Bis zur Pause fackelten die talentierten Nachwuchsmusiker dann ein von Grieg eingefärbtes Klangfeuerwerk ab. Edvard Grieg war vom norwegischen Schriftsteller und Dramatiker Henrik Johan Ibsen beauftragt worden, dessen Gedichte mit Musik zu bereichern. Keine leichte Aufgabe, aber Griegs Feder entsprangen trotz enormen Termindruck einige wunderbare Werke. Grote, der auch als Moderator fungierte, bezeichnete diesbezüglich Ases Tod als eines der schönsten Werke, die je für Streicher geschrieben wurden. „Es besticht durch seine Schlichtheit im Kompositionsstil“, drückte sich Grote aus.

Den Einstieg in den zweiten Teil des Konzerts prägte die Schauspiel-Ouvertüre von Korngold. „Das war während der Vorbereitungen unser Hit. Ein relativ unbekanntes Stück, dass aber perfekt geeignet war, um das Orchester an die große romantische Literatur heranzuführen“. Bevor das Publikum nachdrücklich eine Zugabe forderte, hatte das Orchester den „Gipfel der Sinfonie“ erklommen, den Beethoven verfasst hatte. „Wir hätten gerne noch eine zweite Zugabe gespielt, hatten aber keine einstudiert“, meinte der Dirigent, nachdem sein Orchester Griegs Vorspiel zum 1. Akt zum Besten gegeben hatte.

Von Markus Jentzsch

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