Jugendraum Pungelscheid kommt aus dem Keller heraus

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Im aktuellen Pungelscheider Jugendtreff fanden auch Talentwettbewerbe statt – hier ein Bild von 2009.

WERDOHL - Da scheint alles wie der Deckel auf den Topf zu passen: Die städtische Jugendpflege schlägt vor, den Jugendraum Pungelscheid von der Meilerstraße in das ehemalige Schlecker-Ladenlokal umziehen zu lassen. Damit einher geht eine veränderte Konzeption der Jugendarbeit in dem Stadtteil. Der Umzug soll schon am Montag vom Rat beschlossen werden. Die Woge ist mit im Boot.

Die Vorlage von Bodo Schmidt und Sybille Dworschak wird mit folgenden Worten eingeleitet: „In Pungelscheid hat sich seit vielen Jahren gezeigt, dass der Ortsteiljugendarbeit eine nicht endende Aufgabe zukommt.“ Das Viertel ist relativ problematisch, was die soziale Situation der Jugendlichen dort angeht. Zuletzt wurde der Unterstand völlig zerstört, manches Mal gab es auf dem Netto-Parkplatz auch schon Polizeieinsätze. Seit Jahren hat die städtische Jugendarbeit Pungelscheid mit besonders stadtteilbezogenen Konzepten im Blick. Mit dem geplanten Umzug des Jugendraums aus dem Keller der Meilerstraße in das helle und lichte Ladenlokal mitten im Wohngebiet soll die Situation stark verbessert werden. Es passt in doppeltem Sinne: Die Awo als Verpächter des bisherigen Jugendraumes hatte schon länger angekündigt, den Raum für eigene Zwecke in Anspruch nehmen zu wollen. Mittelfristig wäre in jedem Fall eine umfangreiche Bodensanierung und der Einbau einer leistungsfähigen Lüftungsanlage fällig geworden.

Das mitten im Wohngebiet liegende ehemalige Schlecker-Ladenlokal bietet sich als ein attraktiver, offener, lichter, gut einsehbarer und damit sozialer Kontrolle unterliegender neuer Standort an. Damit begründet die Verwaltung den geplanten Umzug. Außerdem ist schon in trockenen Tüchern, dass die Wohnungsgesellschaft den Umzug unterstützt. Die Woge habe Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Jugendpflege, weil in dem Stadtteil mehr als 300 Familien leben. Die Woge habe zugesagt, den zukünftigen Jugendraum mit einer passenden Inneneinrichtung auszubauen. Die Kosten für das Ladenlokal an der Ecke Pungelscheider Weg / Reidemeister Weg betragen in etwa soviel wie die Miete für den Jugendraum Meilerstraße und den aufgegebenen Jugendraum Eveking.

Die Neukonzeption der Jugendarbeit wurde vor eineinhalb Monaten im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Der neue Jugendraum soll Montag-, Mittwoch- und Freitagnachmittag bis 20 Uhr geöffnet sein. Dazu kommt einmal im Monat eine Samstagsöffnung oder eine Veranstaltung, die aber nicht zwangsläufig im Jugendraum sein soll. Montags soll dort zusätzlich künstlerisches und kreatives Gestalten für Kinder und Anwohner möglich sein. Mittwochs soll es ein „festes Ernährungsangebot“ geben mit Kochen und Backen, an dem auch Eltern teilnehmen können. Freitags soll es eine verlässliche und buchbare „Nachschulbetreuung“ mit Programm und Abendessen geben.

Neben diesen festen Angeboten soll der Jugendraum immer offen sein fürs Freunde treffen, Zusammensein, Essen, Spielen und fürs Reden. Die Angebote richten sich an fünf- bis 16-Jährige. Bisher kommen an einem Öffnungstag rund 20 Kinder und je nach Angebot zehn bis 20 Jugendliche. Das Jugendamt setzt Hoffnungen in den neuen Standort: „Die hellen neuen Räumlichkeiten werden ein Magnet sein und weitere Kinder anziehen.“

Von Volker Heyn

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