Jugendlichen früh Orientierung geben

Im Zeittunnel ging es um die Einordnung von Gegenwart und Zukunft: Was kommt wann im Leben an der Reihe? Insgesamt sechs solcher Stationen durchliefen die Schülerinnen und Schüler. - Fotos: Heyn

Werdohl - Rund 550 Jugendliche der 7. und 8. Klassen aus Werdohl, Neuenrade, Altena, Plettenberg, Herscheid und Nachrodt-Wiblingwerde erfahren noch bis Donnerstag im Cici Saray am Kettling etwas über ihre Stärken und Schwächen. Beim Projekt „komm auf Tour“ geht es zwar in erster Linie um die berufliche Zukunft, doch ganz eng damit verbunden ist auch die eigene Lebensplanung. Das Projekt von Arbeitsagentur und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wendet sich an Jungen und Mädchen an Haupt-, Real-, Förder- und Gesamtschulen.

Das Projekt unterstützt die Jugendlichen frühzeitig, die eigenen Stärken zu entdecken und diese mit ersten Vorstellungen für ihren Ausbildungs- und Lebensweg zu verbinden. Die Botschaft lautet: „Finde heraus, was dich interessiert. Du kannst viel mehr, als du bislang weißt.“ Bestechend ist die unmittelbare und direkte Ansprache der Jungen und Mädchen aus 7. und 8. Klassen. Die Jugendlichen werden in Gruppen von 60 bis 70 Schülerinnen und Schülern erstmal von „Futura“ auf der Bühne begrüßt. „Futura“ heißt eigentlich Timo Selbach und ist Berufsberater bei der Arbeitsagentur. Selbach und ein ganzes Team von Berufsberatern betreuen die Jugendlichen und bieten ihnen Anleitung und Hilfe in einem Parcours mit insgesamt sechs Stationen. Start ist bei der „Reiseleitung Futura“. Dann geht es durch die Erlebnisstationen Sturmfreie Bude, Labyrinth, Zeittunnel und Bühne. Bei diesen Erlebnisstationen bekommen die Kinder je nach Beteiligung und Neigung unterschiedliche Punkte auf die Kleidung geklebt. Diese Punkte stehen für sieben verschiedene Stärken: Zahlen, Dienste, Ordnung, Fantasie, Hände, tierisch grüner Daumen und Reden. Der Abschluss der Tour findet unter einem Lebensmobile statt, dort können die Jungen und Mädchen die Ergebnisse aus den Erlebnisstationen an so genannten „Stärkeschränken“ auswerten.

Bürgermeister Siegfried Griebsch hatte zum wiederholten Mal die Schirmherrschaft übernommen, er bedankte sich bei Harun und Hakan Cici für die Überlassung des Veranstaltungssaales. Griebsch sah das „komm auf Tour“-Projekt als ideale Vorbereitung für die Berufsorientierungsmesse BOM im September. Die Jugendlichen lernten sich hier selbst gut kennen und könnten bei der BOM „dann gleich den richtigen Stand ansteuern“. Er habe festgesetllt, dass Unternehmen mittlerweile nicht nur auf die Noten von Bewerbern achten würden, sondern sich die Menschen ansehen würden. Karin Käppel, Chefin der Arbeitsagentur, sagte: „Da geht mir das Herz auf, wenn ich das höre.“ Jugendliche bräuchten früh eine Lebensorientierung, hier setze „komm auf Tour“ an. Das dreitägige Projekt in Werdohl koste rund 30 000 Euro inklusive Nachbereitung und Elterninformation. Wichtiger Kooperationspartner ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, weil es auch um Lebensorientierung, Geschlechterverhalten, Familienplanung, Freunde und Sexualität gehe. Insgesamt 22 Kooperationspartner unterstützen „komm auf Tour.“

Von Volker Heyn

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