1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Schüler versprüht Pfefferspray: Schulinterne Konsequenzen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Carla Witt

Kommentare

Pfefferspray
Zwei Jugendliche sollen in einem Klassenraum der Werdohler Albert-Einstein-Gesamtschule Tierabwehrspray versprüht haben. © Daniel Karmann

Werdohl – Die Polizei ermittelt gegen zwei Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule am Riesei wegen gefährlicher Körperverletzung: Die Schüler sollen Tierabwehrspray – landläufig auch als Pfefferspray bezeichnet – in einem Klassenraum versprüht haben.


Der Vorfall sorgte für viel Aufregung. Auch Schulleiter Sven Stocks zeigt sich mächtig verärgert über die Aktion. Den 16 und 17 Jahre alten Schülern könnten nun harte Konsequenzen drohen.

Ein Schüler streitet die Vorwürfe ab

Das Ganze ereignete sich am Montag gegen 12 Uhr. „Mindestens einer streitet die Vorwürfe ab“, schreibt Polizeihauptkommissar Marcel Dilling. Zwei Schülerinnen (15 und 17 Jahre) und ein Lehrer hätten nach dem Vorfall über Reizhusten geklagt. „Sie mussten jedoch nicht medizinisch versorgt werden“, berichtet Dilling weiter.

„Niemand ist zu Schaden gekommen“

Weder die beiden Schüler noch der Lehrer hätten den Unterricht nach dem Vorfall aus gesundheitlichen Gründen verlassen müssen. „Es ist niemand zu Schaden gekommen“, unterstreicht Schulleiter Sven Stocks – und berichtet, warum die Polizei überhaupt verständigt worden sei:

Schüler will seine Taschen nicht ausleeren

„Der Schüler, der das Spray wohl mitgebracht hatte, wollte seine Tasche nicht ausleeren. Lehrer sind aber nicht dazu berechtigt, das gegen den Willen des Schülers zu verlangen.“ Man habe aber wissen wollen, wer für den Vorfall verantwortlich ist – und habe deshalb die Polizei informiert, deren Befugnisse deutlich weiter reichen als die des Kollegiums.

„Meines Wissens hat auch nur ein Schüler schuld an dem Vorfall“, sagt Stocks. Auch hätten ihm Augenzeugen berichtet, dass der Jugendliche vermutlich nicht absichtlich den Sprayknopf gedrückt habe: „Er hat das Abwehrspray wohl von zuhause mitgebracht und herumgezeigt. Dabei soll er den Knopf kurz durchgedrückt haben.“

Schulleiter ist verärgert und kündigt Konsequenzen an

Doch auch für den Fall, dass keine Absicht dahinterstecken sollte: Schulinterne Konsequenzen werde dieses Verhalten auf jeden Fall nach sich ziehen. „Solche schlechten Scherze sind hier nicht üblich – und sie werden auch nicht geduldet. Das geht einfach nicht“, unterstreicht der Schulleiter.

Für den betroffenen Schüler könnte auch die polizeiliche Ermittlung schwerwiegende Konsequenzen haben – gefährliche Körperverletzung ist keine Bagatelle. Warum dieser Vorwurf überhaupt im Raum steht, erklärt Polizeipressesprecher Marcel Dilling: „Wenn die Tat zum Beispiel gemeinschaftlich begangen wird – und nach dem Bericht der Kollegen ermitteln wir ja gegen zwei Schüler – kommt gefährliche Körperverletzung in Betracht. Das gilt beispielsweise auch, wenn ein gefährliches Werkzeug, wie das Tierabwehrspray, zum Einsatz kommt.“

Auch interessant

Kommentare