Jugendliche Opfer

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Uwe Kunold ist Polizist und warnt vor den Gefahren im Internet. ▪

WERDOHL ▪ Kein Blatt vor den Mund nahm Uwe Kunold. Am Montagabend referierte der Kriminaloberkommissar von der Dienststelle Iserlohn vor gut 20 Eltern, Lehrern und Jugendlichen in der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG).

„Wenn Sie ein Auto erwerben, lesen Sie den Kaufvertrag von vorne bis hinten“, stachelte er seine Zuhörer an. „Aber einen PC kaufen Sie. Und wenn die Kiste angeschlossen ist, dann steht sie einfach nur da.“ Der Beamte vom Kommissariat Vorbeugung sprach zum Thema „Gefahren im Internet“. Die komplette Woche über redet er – jeweils in den dritten und vierten Stunden – mit den Siebtklässlern der AEG. Die Zwölf- bis 14-Jährigen, so sein erster Eindruck am Montagabend, seien recht sorglos. „Ich mache sowas nicht“ und „Mir passiert schon nichts“ sind Sätze, die Kunold von Mädchen und Jungen hört.

Mit den Erwachsenen am Abend sprach er umso eindringlicher über die Themen: Preisgabe persönlicher Daten in Chats, Pädophilie, Webcams, Fotos, Treffen mit Unbekannten, illegale Downloads und Mobbing unter Gleichaltrigen. „Es geht mir darum, die Eltern zu sensibilisieren“, erklärte der Polizist.

Die Mütter und Väter wollten wissen, welche Regeln aufgestellt werden sollten und wo im Ernstfall Hilfe zu bekommen ist. Kunold machte klar, dass den Kindern die Schuld zu nehmen sei. „Die Jugendlichen sind, wenn etwas passiert ist, die Opfer – nicht die Täter.“ Internet-Verbot sei da die falsche Reaktion.

Für Kinder im Grundschulalter gibt es sichere Chats, für Ältere wird so etwas nicht mehr angeboten, weiß Kunold. „Diese Datenmengen wären nicht mehr zu bewältigen. Das kann keiner kontrollieren. Und da stehen die Eltern auch selbst in der Verantwortung.“ Kunold ermunterte die Eltern, bei unklaren Situationen einfach die Polizei anzurufen. „Wir sind das einzige Amt, das rund um die Uhr – auch an Weihnachten und Silvester – zu erreichen ist.“ ▪ kol

Hilfe gibt es auch im Internet auf folgenden Homepages: http://www.internet-abc.de, http://www.jugendschutz.net, http://www.klicksafe.de, http://www.time4teen.de, http://www.polizei-beratung.de, http://www.bsi-fuer-buerger.de und http://www.flimmo.de.

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