Jugendfeuerwehr absolviert Schlauchbootübung

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Mit dem Schlauchboot düsten die Feuerwehrleute über die Lenne. ▪

WERDOHL ▪ Es zählt zur Tradition, dass die Jugendfeuerwehr am letzten Freitag vor den Sommerferien zum Abschluss des Ausbildungshalbjahres ihre Schlauchbootübung an der Lenne abhält – wenn es das Wetter zulässt. Und am Freitag passte alles, trotz schlechter Prognosen. Der Himmel riss frühzeitig auf und bescherte den Blauröcken perfekte äußere Bedingungen für ihre Outdoor-Übung mit Abenteuercharakter.

Bevor das Boot der Werdohler Feuerwehr jedoch zum Einsatz kam, standen noch ein paar offizielle Tagesordnungspunkte auf dem Programm. 28 von 32 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr waren zur Übung erschienen und stellten sich am Kreisel im Wintersohl auf, als Bürgermeister Siegfried Griebsch und die Offiziellen der Feuerwehr ihre Ansprachen hielten.

Das Szenario hatte gleich zwei Gründe. Zum einen bekam die Jugendfeuerwehr ein neues „altes“ Fahrzeug übergeben. Und zum zweiten, der viel wichtigere Anlass: Zum ersten Mal beförderte die Feuerwehr zwei Mädchen aus der Jugendfeuerwehr in den Rang der Feuerwehrfrau und stellte sie somit in den aktiven Dienst. Das hatte es in der Geschichte der Werdohler Brandbekämpfer bisher noch nicht gegeben. Es gibt und gab zwar schon häufiger Mädchen in der Jugendfeuerwehr, beziehungsweise Frauen im aktiven Dienst, aber der Übergang zwischen diesen beiden Altersklassen ist eine Premiere. Voller Stolz übergab Stadtbrandinspektor Manfred Theile den Kameradinnen Naomi Bogdahn und Lea Langner die entsprechenden Zeugnisse. Bogdahn wird in den Löschzug Stadtmitte übernommen, Langner wird ihren Dienst im Löschzug Kleinhammer verrichten. Fünf beziehungsweise sechs Jahre lang ließen sich die beiden heute 18-jährigen Frauen in der Jugendfeuerwehr ausbilden, ehe sie den großen Schritt in den Einsatzdienst vollzogen.

Naomi bezeichnet sich selbst als Allrounder und wird in nächster Zeit die üblichen Lehrgänge zum Funker und Atemschutzgeräteträger besuchen. „Eine schöne Sache, die Spaß macht“, beschreibt die frisch gebackene Feuerwehrfrau das Gefühl in der Gemeinschaft. Damit der Umgang mit den männlichen Kollegen reibungslos funktioniert, sei eine „große Klappe“ durchaus hilfreich, fügt sie hinzu. Lea stimmt ihrer Kollegin zu und freut sich ebenso auf die ersten Einsätze. Angst vor den Bildern, die die beiden unter Umständen erwarten, haben sie nicht. „Wir sind gut vorbereitet“, erklären sie und sind stolz darauf, nun einen eigenen „Piepser“ zu besitzen. Lea hatte allerdings zuvor schon einen Funkmelder, weil sie zusätzlich in der Werksfeuerwehr von VDM aktiv ist.

„Ich habe immer betont, wie wichtig die Jugendfeuerwehr und die Ausbildung ist“, erklärte Bürgermeister Griebsch während seiner Rede. „Jetzt folgen Taten“, sagte das Stadtoberhaupt und meinte damit die Übergabe des Feuerwehrfahrzeugs LF 16 TS an die Jugendfeuerwehr. Zwar hat das gute Stück schon etliche Einsatzjahre auf dem Buckel, dank tatkräftiger Unterstützung durch Mercedes Jürgens, dem Entsorgungsfachbetrieb Menshen, dem Unternehmen Georg Fischer und nicht zuletzt dem Oldtimerzentrum von Dieter Eckardt war es möglich, das betagte Schätzchen wieder fit für den Einsatz zu machen. Das Baujahr 1984 ist an dem Zustand des Fahrzeug nicht abzulesen. Es erstrahlt in knalligem Feuerwehrrot und wurde auf den Namen Hans getauft. Namensgeber ist Hans Wolf, der das Fahrzeug 28 Jahre lang als Gerätewart des Löschzugs Eveking hegte, pflegte und auch einsetzte. Er hat sich auch dafür stark gemacht, dass das LF (Löschgruppenfahrzeug) 16 TS (mit Tragkraftspritze), ein klassischer Mercedes Rundhauber mit 170 PS Leistung, der Jugendfeuerwehr überstellt wird. Damit beerbt „Hans“ die gute alte „Elli“, ein LF8, die nun ausgemustert und verkauft werden soll. Interessant, das Wolfs zwölfjähriger Sohn Sebastian nun auf dem langjährigen Fahrzeug seines Vaters zu Übungen fahren wird. Manfred Theile traut dem neuen Fahrzeug zu, das es das Wir-Gefühl in der Jugendfeuerwehr stärkt und die Motivation nochmals steigert.

Im Anschluss an den offiziellen Teil fand dann die Übung auf der Lenne statt. Mittels einer Drehleiter setzten die Blauröcke das Motorboot ins Wasser, übten bei dieser Gelegenheit auch das korrekte Anlegen der Rettungswesten und das Verhalten auf dem Wasser. Ein Riesenspaß für – fast – alle Beteiligten war die Rettung von Denise, die plötzlich im Wasser gelandet war. Auf Rettung verzichtete sie dann aber und schwamm lieber selbst zurück ans Ufer. Den Abend ließ die Jugendfeuerwehr in geselliger Runde am Grill ausklingen. ▪ Markus Jentzsch

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