Mehr Kindeswohlgefährdung

Stadt besetzt Stelle im Jugendamt neu

+
Reinhardt Haarmann.

Werdohl – Die Stadt Werdohl sucht eine neue Leitung für den Allgemeinen Sozialdienst (ASD) im Jugendamt. Die Stelle gehört nicht zu denen, die der Rat der Stadtverwaltung in seiner letzten Sitzung dieser Wahlperiode zusätzlich genehmigt hatte.

Für 4,2 zusätzliche Stellen hatte der Rat in seiner Juni-Sitzung grünes Licht gegeben. Zusätzliches Personal bewilligte er für die Abteilungen Bauen und Immobilienmanagement (2 Stellen) Steuerung und Finanzen (1), Tiefbau und Bauhof (1) sowie Ordnung und Einwohnerwesen (0,2). Dass jetzt auch eine Stelle in der Abteilung Jugend und Soziales ausgeschrieben worden ist, hat andere Gründe. Die bisherige Leiung des ASD sei im Zuge von Umstrukturierungen im Rathaus schon vor einiger Zeit mit einer neuen Aufgabe betraut worden, erläuterte Karin Neuhaus von der Abteilung Jugend und Soziales auf Nachfrage. Es habe sich aber gezeigt, dass der Arbeitsaufwand in diesem Bereich der Abteilung immens sei, weshalb die Stelle nun wieder besetzt werden solle. „Die Aufgaben nehmen immer mehr zu. Vor allem die Zahl der Fälle von Kindeswohlgefährdung ist rasant gestiegen“, erklärte Neuhaus. Das hatte auch Jugendamtsleiterin Kirsten von der Crone in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor wenigen Wochen schon mitgeteilt.

Noch kein geeigneter Bewerber

 Lag die Zahl der Kindeswohlgefährdungsmeldungen in Werdohl im Jahr 2016 bei vier, erhöhte sich diese nun über 34 (2017) und 43 (2018) auf 81 im vergangenen Jahr. Die Jugendamtsleiterin führte dies darauf zurück, dass die Bevölkerung nach den Missbrauchsfällen von Lügde, Bergisch-Gladbach und Münste sensibler und aufmerksamer geworden sei und Verdachtsfälle inzwischen schneller melde. Weil der ASD ein breites Aufgabenspektrum hat, wird sich dessen Leitung aber keineswegs nur um den Schutz des körperlichen, seelischen und geistigen Wohls von Kindern kümmern. Auch die Hilfe für junge Volljährige steht im Aufgabenkatalog. Beispielsweise sollen Projekten im Bereich des Jugendwohnens entwickelt werden. Die Stadt hatte schon einmal versucht, die Stelle, für die Bewerber ein abgeschlossenes Studium in den Fachrichtungen Soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder Sozialwissenschaften vorweisen müssen, zu besetzen. „Leider haben wir keinen passenden Kandidaten finden können“, sagte Personalchef Reinhardt Haarmann. Deshalb nun ein neuer Versuch: Die Stelle soll so schnell wie möglich besetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare