Jugendamt: Stadt wartet auf den Kreis

Die Werdohler warten die Verabschiedung des Kreishaushaltes ab, bevor sie die Zahlen vergleichen.

WERDOHL ▪ Entspannt und gelassen blickt Fachbereichsleiter Michael Grabs zur Nachbarstadt Altena. Dort ist eine Debatte um den Erhalt des Jugendamtes in vollem Gange, in diesem Fall streiten sich die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) und die Kreisverwaltung.

In Altena wie auch in Werdohl hatte die Gemeindeprüfungsanstalt das jeweilige städtische Jugendamt mit dem Ziel untersucht, die kostengünstigste Variante herauszufinden. Dem Kreis wurde jetzt von der GPA vorgerechnet, dass die Übernahme des Jugendamtes teurer sei als die bisherige Praxis der Verwaltung durch die Stadt. Das rief Proteste des Kreises auf den Plan, der mit dieser Berechnung zu seinen Ungunsten nicht einverstanden ist. Der von der GPA angestellte Vergleich sei nicht seriös, meint die Kreisverwaltung. Außerdem basierten die Angaben auf den Planzahlen für 2011, nicht auf den tatsächlichen Zahlen. Da der Märkische Kreis seinen Haushalt noch nicht verabschiedet habe, sei ein nachvollziehbarer Vergleich von Kosten und Nutzen noch nicht möglich.

„Diese Fehler machen wir nicht“, stellte gestern Fachbereichsleiter Michael Grabs auf Nachfrage fest. Die Werdohler Stadtverwaltung werde erst die Verabschiedung des Kreishaushaltes abwarten und danach in den Vergleich der Zahlen einsteigen.

Bürgermeister Griebsch und der Altenaer Bürgermeister Dr. Hollstein hätten sich bereits abgesprochen, dass das Ergebnis der GPA-Prüfung zunächst in Altena beraten werde. Die Nachbarstadt an der Lenne steckt schon seit einiger Zeit im Nothaushaltsrecht, der finanzielle Druck für Einsparungen sei dort wesentlich höher als in Werdohl.

Das Werdohler Jugendamt war im Herbst von der GPA untersucht worden, ein abschließender Bericht liegt aber noch nicht einmal vor. Unter anderem die Krankheit eines wichtigen Mitarbeiters bei der GPA habe zu dieser Verzögerung geführt, so Grabs. Wenn der Bericht vorliege und der Kreis seinen Haushalt beschlossen habe, werde sich die Verwaltung damit beschäftigen und danach die Politik informieren. Dass es schnell geht, daran hat in Werdohl offensichtlich niemand ein Interesse. Grabs: „Es wird im Laufe des Jahres geschehen.“ Haushaltsrelevant werde die Angelegenheit ohnehin erst im Jahre 2012.

Volker Heyn

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