Jugendamt: Keine Teilung mit Altena oder Neuenrade

WERDOHL ▪ Eine Zusammenarbeit zwischen zwei Städten im Bereich des Jugendamtes ist aus gesetzlichen Gründen nicht möglich. Das erklärte auf Nachfrage Bodo Schmidt als stellvertretender Fachbereichsleiter für Soziales, Jugend und Ordnung.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Cornelius Böttcher hatte am Mittwochabend bei der letzten Sitzung der Fraktion in diesem Jahr erklärt, dass er eine Diskussion über das Jugendamt im kommenden Jahr bei der Verabschiedung des Haushaltes Ende Januar erwarte. In seinem Jahresrückblick hatte Böttcher daran erinnert, dass die Gemeindeprüfungsanstalt geprüft hat, ob sich Werdohl weiterhin noch ein eigenes Jugendamt leisten kann. Die Prüfung ist zwar schon abgeschlossen, der Bericht liege aber noch nicht der Verwaltung vor. Das sagte Bodo Schmidt. Vereinbart war, dass der Bericht über das Prüfungsergebnis zuerst innerhalb der Verwaltung diskutiert werde. Danach soll in die politische Beratung eingestiegen werden. Ob das schon im Januar geschehen kann, wenn Mitte des Monats der Haushalt eingebracht wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

„Das Thema wird Geschwindigkeit bekommen“, ist sich Bodo Schmidt sicher, auch wenn jetzt noch gar keine Zahlen und Werte vorliegen. Ein paar Gedanken hat sich die Verwaltung aber schon gemacht. Völlig ausgeschlossen sei eine Teilung der hoheitlichen Aufgaben des Jugendamtes mit einer Nachbar-Kommune mit ähnlichen Sorgen. Weder mit Altena noch mit Neuenrade sei in diesem Bereich eine interkommunale Zusammenarbeit denkbar, sagte Schmidt. „Allen uns vorliegenden Informationen des Landesjugendamtes nach ist das nicht möglich.“ Entweder bleibe die Aufgabe bei der Stadt oder sie gehe an den Märkischen Kreis über. Für das Jugendamt geht es um alles oder nichts.

Die Kindergärten blieben zwar in städtischer Trägerschaft, die Kommune würde aber nur noch als ein Träger unter anderen auftreten. Die bisherigen Steuerungs- und Planungsinstrumente wie die Platzbedarfsplanung und -verteilung nach Betreuungsverträgen gingen an den Kreis über. Die Jugendeinrichtungen blieben bei der Stadt, die Steuerung der Angebote ginge ebenfalls nach Lüdenscheid. Für die Arbeit in den Jugendeinrichtungen bekäme die Stadt einen Sockelbetrag, ob der für das bisher gefahrene Angebot ausreiche, sei nicht abzusehen.

Der Kernbereich des Jugendamtes, die Sicherstellung von Kindeswohl und Jugendschutz, kann entweder ganz bei der Stadt bleiben oder komplett an den Kreis abgegeben werden. Ende Oktober wurde bekannt, dass die Stadt 725 000 Euro zusätzlich für die Heimunterbringung aufwenden muss. Insgesamt kostet dieser Posten 2,3 Millionen Euro. Aktuell sei keine Veränderung in Sicht, so Schmidt.

Aus dem politischen Raum war trotz der explodierten Kosten bislang das Signal zu hören, die Aufgabe beizubehalten.

Volker Heyn

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