Jugendamt: SPD und FDP erwarten Beratung

WERDOHL ▪ Bevor eine Abgabe des Werdohler Jugendamtes aus Kostengründen an den Märkischen Kreis konkreter wird, erwarten die Fraktionen von SPD und FDP eine „breit angelegte, intensive Diskussion und Beratung“.

Cornelius Böttcher (SPD) und Friedhelm Hermes (FDP) sagten jetzt nach der Haushaltsklausur ihrer Fraktionen im Bestwig-Ostwig, dass sie dabei auf eine „ergebnisoffen geführte“ Diskussion hofften.

Wie bereits berichtet, hat die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) im Werdohler Jugendamt Vergleichsdaten erhoben, um Effizienz und Aufgabenbewältigung gegenüber dem Märkischen Kreis besser beurteilen zu können. Der Bericht der GPA wird im November zunächst verwaltungsintern besprochen und geht danach in die Politik.

Die beiden Fraktionen empfinden eine gewisse Skepsis gegenüber der GPA vor dem Hintergrund, dass die Anstalt im Jahre 2006 durch seine Betrachtung von Bauhof und Gesamtverwaltung viel Unruhe ausgelöst hatte. Böttcher: „Die Untersuchungen führten zu vielen Umstrukturierungen, einigem Rechtsstreit und wenig Effekten.“

Vor diesem Hintergrund wurden die weiter steigenden Personalkosten im Haushalt von den Politikern intensiv hinterfragt. (2007 waren es 8,5 Millionen Euro, Prognose für 2011: 8,2 Millionen Euro; Haushalt 2011 9,6 Millionen Euro). Die Verwaltungsvertreter Michael Grabs, Bernd Mitschke, Bodo Schmidt und Karl-Wilhelm Schlüter hätten die Steigerungen nachvollziehbar erläutert.

SPD und FDP kamen zu dem Fazit, dass eine deutliche Senkung von Personalkosten nur bei Aufgabe von Standards und Verzicht auf Aufgabenwahrnehmung erreichbar wäre.

Der Haushalt sei in spannungsfreier Atmosphäre konzentriert und sehr gründlich bearbeitet worden, sagte Böttcher anschließend. Das Zahlenwerk sei wegen der vielen Unwägbarkeiten ein Muster mit geringem Wert und habe deshalb nicht so sehr im Vordergrund gestanden. Zudem sei der Entwurf wenig transparent, so dass die Ankündigung der Verwaltung begrüßt wurde, im nächsten Haushalt allen Produkten Anmerkungen hinzuzufügen.

Befürchtet wird, dass der sehr spitz gerechnete Bedarf an Kindergartenplätzen zu Engpässen führen könne. Die damit verbundenen Risiken bereiteten SPD und FDP Sorgen. Die Möglichkeit einer vielleicht kostenneutralen Lösung wurde beraten und soll weiterverfolgt werden.

Erwartungsgemäß werden SPD und FDP dem Haushalt zustimmen.

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