Jürgen Henke ist das dienstältestes Ratsmitglied

Polizeikarriere, Fußball, Politik – Langeweile gab es für Jürgen Henke nie. - Foto: Peuckert

Werdohl -  Mit seinem Eintritt in die SPD beginnt 1971 Jürgen Henkes’ politische Laufbahn. 1975 wird er in den Rat gewählt. Bis heute ist er der Politik treu geblieben, kann inzwischen auf 39 Jahre Ratsarbeit zurückblicken. Damit ist er das dienstälteste Mitglied. Am Sonntag feiert Jürgen Henke seinen 70. Geburtstag. Sein Alter ist dem Ruheständler nicht anzusehen. So halten ihn nicht nur die Politik, sonder auch regelmäßiger Sport und ausgiebige Reisen durch Kanada fit.

Mit der Politik kommt Jürgen Henke erstmals in Ütterlingsen in Kontakt. Dort besucht er den Schrottkeller, einen Treff der Jungsozialisten (Jusos). „Da sollte ich dann gleich Mitglied werden. Das wollte ich aber nicht, weil ich erst beruflich was erreichen wollte. Ich wollte mir nicht anhören müssen, dass ich nur durch die Politik etwas erreicht habe“, erklärt Henke.

Und so muss die Politik noch ein bisschen warten, und die Karriere bei der Polizei rückt in den Fokus. Nach der Grundausbildung folgt die Ausbildung im gehobenen Dienst. Diese schließt Henke 1971 mit Erfolg ab – er ist Polizeikommissar. 20 Jahre ist er Stationsleiter in Plettenberg. Ende 2002 geht er als Polizeihauptkommissar in den vorgezogenen Ruhestand.

1971 tritt er der SPD bei. „Nach drei Monaten war ich Ortsvereinsvorsitzender, anschließend Stadtverbandsvorsitzender“, erzählt Henke.

1975 beginnt schließlich sein Mitwirken im Werdohler Rat: „Ich hab bei der Kommunalwahl kandidiert und bin gewählt worden.“ 15 Jahre lang ist Jürgen Henke stellvertretender Fraktionsvorsitzender, von 1989 bis 1994 hat er den Vorsitz inne. „Damals hatten wir noch eine satte Mehrheit. 21 von 39 Sitzen waren SPD“, erinnert sich Henke. Im Jahr 2000 wird Henke für zweieinhalb Jahre stellvertretener Bürgermeister. Im Laufe der 39 Jahre als Ratsmitglied ist Henke insgesamt in allen Ausschüssen vertreten. 1995 wird ihm für seine Ratsarbeit der große Ehrenring der Stadt Werdohl verliehen.

Einen Ausgleich zur Politik findet Henke im Sport. Seit 1960 sorgt er als Schiedsrichter bei Fußballspielen für Fairness. Schnell steigt er auf, ist 15 Jahre lang in der bezahlten Liga tätig. Später wird er Linienrichter in der 1. und 2. Bundesliga. 1993 muss er diese aus Altersgründen verlassen. Und so pfeift er zunächst für drei Jahre in der Oberliga, bis er Schiedsrichterbeobachter wird.

Auch, wenn er nicht mehr pfeift, ist er dem Fußball bis heute treu geblieben. Jeden Donnerstag trifft er bei den „Oldies“ auf Spieler von 65 bis 74 Jahren. In der Halle Eveking geht es dann zur Sache. Interessierte seien stets willkommen. Als neuestes Mitglied konnte die Gruppe den ehemaligen Bürgermeister Siegfried Griebsch gewinnen. Auch Tennis spielt eine wichtige Rolle in Henkes’ Leben. Seit etwa zehn Jahren tritt er beim TC-Werdohl in der Meisterschaftsklasse an. Gesellschaftlich zeigt sich Henke ebenfalls engagiert. So holt er 2000 den Vogel des Werdohler Schützenvereins von der Stange und sichert sich damit den Titel des Schützenkönigs.

Seit fünf Jahren zieht es Henke für mehrere Wochen im Sommer nach Kanada. Dort fährt er mit seiner Lebensgefährten und einem Truck mit Auflieger durch das Land. Eine Zeit, in der er auch mal abschalten kann.

Ganz zur Ruhe will sich Henke noch nicht setzen. „Ich habe bei der letzten Kommunalwahl noch einmal kandidiert. Es gibt viele junge Mitglieder, die kann man nicht einfach ins kalte Wasser werfen“, sagt der 69-Jährige. Ihm mache Politik immer noch Spaß. „Das Schöne an der Kommunalpolitik ist, dass man einen direkten Kontakt zu den Menschen hat“, sagt Henke.

Neben Politik und Sport ist für Henke die Familie wichtig. Er hat eine Tochter und einen Sohn. Inzwischen ist er auch zweifacher Opa, eine Rolle, die ihm viel Spaß macht. - jape

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