100 Jahre im Dienst der Versorgung

Kreisvorsitzende Sieglinde Mycer aus Werdohl lädt für den 8. Juli in die Plettenberger Schützenhalle ein zur Feier des 100-jährigen Bestehens.  Foto: Görlitzer

Werdohl - Seit 100 Jahren setzt sich der SoVD Verband, Gründungstag 23. Mai 1917, für soziale Sicherheit und Gerechtigkeit ein. Während dieser Zeit hat der SoVD vielen Menschen durch manche Tiefen begleitet: Der SoVD bietet seinen Mitgliedern Beratung zu Themen rund um Rente, Gesundheit, Behinderung und Berufsunfähigkeit an, hilft bei Anträgen und geht im Zweifelsfall bis vor das Sozialgericht.

Seit 1917 hat sich nichts geändert. Damals ging es um die schwierige Versorgungssituation der Schwerverletzten und Hinterbliebenen des Weltkrieges. „Heute helfen wir denen, die sozial verwundbar sind“, ist das Credo des SoVD geworden. Schicksalsschläge wie Pflegebedürftigkeit, Krankheit, Armut und Arbeitslosigkeit können jeden treffen. Dann kommt es darauf an, Ansprüche gegenüber den zuständigen Sozialbehörden durchzusetzen. Und das wird immer schwieriger. „Immer mehr ratsuchende Mitglieder brauchen unsere Hilfe“, stellt die Kreisvorsitzende und Werdohlerin Sieglinde Mycer fest. Mycer und ihr Team, bestehend aus den Ortsverbänden und dem Kreisverband, haben alle Hände voll zu tun. Wichtig sind aber auch die hauptamtlichen Mitarbeiter in der Kreisgeschäftsstelle. Hier werden Anträge gestellt und Widersprüche erhoben. Besonders liegen die Schwerpunkte bei Renten und Schwerbehinderungen. Es wird auch viel Wert auf Geselligkeit in den Ortsverbänden gelegt. Neben monatlichen Treffen sind auch die Tagesfahrten und die Jahresabschlussfahrten sehr beliebt. Der SoVD macht auch auf soziale Missstände aufmerksam und gestaltet die Sozial- und Gesellschaftspolitik mit. Dabei steht die Erhaltung des Sozialstaates im Mittelpunkt. Besonderen Wert legt der SoVD auf Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen, etwa im Bereich der Bildung und Ausbildung.

Seit 2009 ist der Sozialverband Deutschland „SoVD“ von rund 510 000 auf 560 000 Mitglieder angewachsen. Das ist auch Sicht von Sieglinde Mycer bemerkenswert in einer Zeit, in der die Mitgliederzahlen in Vereinen und Parteien sinken. Es ist aber auch eine Warnung, wenn so viele Menschen um ihr Recht kämpfen müssen.

Zum Jubiläum ist eine Chronik erstellt worden, die die Meilensteine der örtlichen Sozialverbandsarbeit markiert: Jahrhundertverband SoVD – Auszug:

1917 – 23. Mai – zu Ende des Ersten Weltkrieges wird der Verband als „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“ gegründet.

1918 – 1. April – Auf dem Reichsbundestag in Weimar treffen sich Delegierte des Bundes. In einer neuen Satzung wird der Name in „Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehemalige Kriegsteilnehmer“ geändert. Zahlreich lokale Gruppen schließen sich an. Er hat jetzt 25 000 Mitglieder in 300 Ortsgruppen.

1933 – 29. April – Der Reichsbund beschließt unter Druck der Nationalsozialisten die Auflösung des Reichsbundes und stellt damit den Mitgliedern frei, ob sie Mitglied der NSKOV werden wollen.

1946 – 29. November – Der „Reichsbund der Körperbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen – Sitz Hamburg“ wird (wieder) gegründet.

Der Name wurde in den folgenden Jahren immer wieder verändert oder ergänzt.

1955 – 9. November – Die Bundestagung ändert den Namen des Verbandes in „Sozialverband Reichsbund“ – den älteren Mitgliedern und Angehörigen noch bekannt.

1999 – 7. Oktober – Erneute Umbenennung in „SoVD – Sozialverband Deutschland“.

2003 – 1. Oktober – Der SoVD verlegt seine Bundesgeschäftsstelle nach Berlin.

2017 – 8. Juli – Der Kreisverband feiert mit den Ortsverbänden das 100-jährige Bestehen des SoVD in der Plettenberger Schützenhalle, Im Wiemen 1. Beginn ist 15 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare