Johanneswerk eröffnet Anlaufstelle für Ambulant Betreutes Wohnen

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Bürgermeisterin Silvia Voßloh (2. von links) gratulierte Christina Weiffen (3. von links) und den Mitarbeiterinnen des Ambulant Betreuten Wohnens. Thomas Cordt (links) und Hans-Jakob Matthes (rechts) lobten die Entscheidung, eine solche Anlaufstelle in Werdohl zu schaffen.

Werdohl - „Wir haben uns diesen Standort sehr gut überlegt“, sagte Christina Weiffen am Montagvormittag während der Eröffnungsfeier des Büros für Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) für Menschen mit geistiger Behinderung des Evangelischen Johanneswerks.

Die ABW-Bereichsleiterin für das Lennetal konnte zahlreiche Gäste an der Freiheitstraße 31 begrüßen. 

„Wir betreuen Klienten in Werdohl, Neuenrade, Plettenberg, Herscheid und Altena – da führen jeweils alle Wege über Werdohl“, stellte Weiffen fest. Sie freue sich, dass die Wege zu den Klienten nun kürzer seien als bisher von Lüdenscheid aus. 

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“, versprach Thomas Cordt, Wohnverbundleiter des Johannes-Busch-Hauses in Lüdenscheid. Er sei früher selbst als ABW-Mitarbeiter tätig gewesen und von Lüdenscheid bis hinter Werdohl gefahren, um Klienten zu betreuen. Doch im Laufe der Zeit habe Lüdenscheid eine starke Anziehungskraft entwickelt. „Vielleicht auch, weil es dort Sport- und Kulturangebote für unsere Klienten gibt, sind viele nach Lüdenscheid gezogen.“ Doch das habe zu einem großen Nachteil geführt: „Sie hatten Heimweh. Deshalb müssen wir zu den Menschen gehen“, bilanzierte Cordt. 

Eine "tolle Erfolgsgeschichte"

Hans-Jakob Matthes, Geschäftsleiter Region Behindertenhilfe Wohnen des Johanneswerks in Bochum, nannte das Ambulant Betreuten Wohnen eine „tolle Erfolgsgeschichte“: „2010/2011 gab es in unserem Bereich 250 Klienten und sechs Stützpunkte, inzwischen sind es 630 Menschen und heute wird der 14. Stützpunkt eröffnet.“ 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh konnte diese Entwicklung nachvollziehen: „Jeder wünscht sich ein eigenständiges Leben. Aber es ist wichtig, dass es eine Anlaufstelle gibt, an der Hilfe geboten wird.“ Doch nicht nur aus diesem Grund freute sie sich über die Eröffnung des Büros in Werdohl: Auch das öffentliche Leben in der Stadt werde zukünftig durch das Team des Evangelischen Johanneswerks bereichert. Das sicherte Thomas Cordt der Bürgermeisterin zu: „Wir wollen hier mitspielen.“ 

Stützpunkt für sechs Mitarbeiter

Sechs ABW-Mitarbeiter nutzen das Werdohler Büro künftig als Stützpunkt, um die insgesamt 25 Klienten im Bereich des Lennetals von dort aus zu besuchen und zu betreuen. „Es sind Menschen im Alter von 18 bis über 60 Jahre“, erzählte Christina Weiffen. Einige würden zehn Stunden wöchentlich betreut, andere nur zwei Stunden. „Es kommt darauf an, wie gut unsere Klienten alleine zurecht kommen,“ berichtete Weiffen. Die ABW-Mitarbeiter stehen den Klienten beispielsweise bei Behördengängen oder Arztbesuchen zur Seite, helfen ihnen beim Sortieren der Post oder auch bei Arbeiten im Haushalt. Kostenträger für die Betreuung sei in der Regel der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. 

Das neue Büro soll für die Klienten nicht nur eine Anlaufstelle sein, wenn sie Hilfe benötigen. „Wir möchten in dem großen, oberen Raum Bewegungs- oder Tanzangebote organisieren“, erklärte Christina Weiffen. Zudem biete sich durch die Einrichtung des Büros die Gelegenheit, das Betreuungsangebot im Lennetal auszubauen.

Wer sich für das ABW-Angebot des Johanneswerks interessiert, erreicht Christina Weiffen unter Tel. 0 23 92 /8 08 46 42.

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