Heute ist "Tag der Jogginghose"

Jogginghose: Kult oder niveaulos - so läuft es an den Werdohler Schulen

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Jogginghosen sind in den Schulen verpönt.

Werdohl – Einige empfinden sie als proletarisch und niveaulos, für andere ist sie urgemütlich und unverzichtbar, für die nächsten hat sie längst Kultstatus erlangt: die Jogginghose.

Kaum ein anderes Kleidungsstück hat schon für so viele Diskussionen gesorgt und sogar zum Erlass von Kleidungsvorschriften geführt. Modemacher Karl Lagerfeld sagte 2012 in einer Talkshow: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Heute, am 21. Januar, dem „Tag der Jogginghose“ wird weltweit dazu aufgerufen, der einstigen Modesünde zu gedenken, die in den 1920er Jahren erstmals unter dem Namen Trainingshose produziert wurde. 

In den weiterführenden Schulen in Werdohl ist die Jogginghose aber nicht nur heute ein Thema. „Bei uns gibt es eine Vereinbarung, die besagt, dass Jogginghosen keine geeignete Schulkleidung sind“, erklärt Konrad Pewny, Oberstufenleiter der Albert-Einstein-Gesamtschule. Die meisten Schülerinnen und Schüler würden sich daran auch halten, aber einige Jugendliche seien auf das Kleidungsstück fixiert: „Sie haben nichts anderes zum Anziehen.“ Schon aus diesem Grund sei Augenmaß gefragt, stellt Pewny fest, der selbst auch Jogginghose trägt: „Aber ausschließlich zum Sport.“ 

Verbot auch an der Realschule

Auch an der städtischen Realschule gibt es eine Vorschrift, die das Tragen von Jogginghosen verbietet. Darauf hat sich die Schulkonferenz geeinigt, in der Eltern, Schüler und Lehrer vertreten sind. Wer dagegen verstößt, den erwarten Konsequenzen. „Wenn jemand mit einer Jogginghose zur Schule kommt, wird er ins Sekretariat geschickt. Dort kann er sich ein orangenes T-Shirt abholen, das er den ganzen Schultag lang tragen muss“, sagt Schulleiter Oliver Held. „Am übernächsten Tag darf er es gewaschen und gebügelt wieder mitbringen.“ Seit Held an der Schule ist, sei dies aber erst zwei Mal vorgekommen. Die Vorschrift hält er deshalb für richtig und wichtig, weil die Schüler dadurch an Dresscodes gewöhnt würden, die später auch in vielen Berufen Gültigkeit hätten. 

Natürlich gebe es aber auch Ausnahmen: Im Sportunterricht dürfen Jogginghosen getragen werden – darüber hinaus, also in den Stunden vorher oder nachher – aber nicht. Held drückt außerdem gerne ein Auge zu, wenn es um längere Busreisen geht. „Wenn mich jemand fragt, ob er auf der Fahrt nach England eine Jogginghose tragen darf, damit er im Bus bequem schlafen kann, sage ich natürlich nicht nein.“

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