Aufsichtsrat hat gewählt

Jetzt ist es offiziell: Ex-Bahnchef Grube wird "Aufseher" bei Vossloh

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Ex-Bahnchef Rüdiger Grube ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Vossloh AG.

Werdohl – Jetzt ist es offiziell: Der ehemalige Bahnchef Prof. Dr. Rüdiger Grube wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender des Bahntechnikkonzerns Vossloh.

Dies teilte das börsennotierte Unternehmen mit Stammsitz in Werdohl schriftlich mit. Zuvor hatte der Aufsichtsrat der Vossloh AG in seiner Sitzung am Montag nach erfolgter gerichtlicher Bestellung Grube gewählt. Er übernimmt damit den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden von Ulrich M. Harnacke, der wieder den Vorsitz im Prüfungsausschuss des Konzerns übernimmt. 

Grube, der von März 2009 bis Anfang 2017 der Bahnkonzern geleitet hatte, war Anfang Januar neu in den Vossloh-Aufsichtsrat gewählt worden, nachdem Dr. Bernhard Düttmann (Meerbusch) sein Mandat niedergelegt hatte. 

Grube möchte Unternehmen entwickeln

„Eine leistungsfähige und effiziente Infrastruktur ist wesentliche Grundlage jeder modernen Gesellschaft und nicht zuletzt zentrale Voraussetzung für deren wirtschaftlichen Erfolg. Megatrends wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Globalisierung erfordern den schnellen, sicheren und nachhaltig ausgerichteten Transport von immer mehr Menschen und immer größeren Mengen an Gütern. In diesem Zusammenhang kommt der Bahn als besonders umweltfreundlichem Verkehrsmittel enorme Bedeutung zu. Vossloh leistet als einer der weltweit führenden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen rund um die Bahninfrastruktur hierbei einen wichtigen Beitrag“, wird Grube in der Vossloh-Mitteilung zitiert. 

Grube freue sich vor diesem Hintergrund sehr darauf, das Unternehmen weiter zu entwickeln und „in eine erfolgreiche Zukunft zu führen“. 

Zuletzt in der Kritik

Grube gilt laut Vossloh-Mitteilung „weltweit als führender Manager in der Mobilitäts- und Logistikbranche“. Derzeit ist er unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Hafen und Logistik AG sowie der Bombardier Transportation Deutschland GmbH. 

In dieser Funktion war Grube zuletzt auch in die Kritik geraten. Denn die Deutsche Bahn hatte bei dem kanadischen Hersteller Bombardier 25 Intercity-Züge bestellt, von denen eigentlich einer auch schon seit 2019 als IC 34 auf der Ruhr-Sieg-Strecke fahren sollte, verweigert nun aber wegen technischer Mängel die Abnahme. 

Bei Vossloh haben schon einige ehemalige Top-Manager der Bahn wie Andreas Busemann eine berufliche Zukunft gefunden. Grube kann jetzt als neuer Vossloh-Chefkontrolleur indirekt dem chinesischen Großkonzern CRRC helfen, in Europa Fuß zu fassen. Schon als Bahnchef wollte Grube mit den Chinesen Geschäfte machen, um einen weiteren Lokomotiven-Hersteller – neben den Hoflieferanten Bombardier und Siemens – für den Staatskonzern zu gewinnen. Siemens hatte dagegen protestiert. 

Zustimmung fehlt noch

Hier kommt wieder Grube ins Spiel: Vossloh hatte im vergangenen Sommer die Kieler Lokfabrik an CRRC verkauft, wobei dem Deal noch die Zustimmung unter anderem des Bundeswirtschaftsministeriums fehlt. Gelingt es nun den Deal abzuschließen, würde Grube mit Vossloh den Chinesen den europäischen Markt öffnen.

Vossloh ist weltweit in den Märkten für Bahntechnik tätig. Kerngeschäft ist die Bahninfrastruktur. Die Konzernaktivitäten sind in den drei Geschäftsbereichen Core Components, Customized Modules und Lifecycle Solutions gegliedert. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte Vossloh mit etwa 3800 Mitarbeitern einen Umsatz von 865 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte Vossloh ein Maßnahmenprogramm begonnen, um die Profitabilität des Konzerns zu steigern. Dieses sieht unter anderem vor, die Zahl der Mitarbeiter weltweit um rund fünf Prozent zu reduzieren. Die Stellen sollen bis Ende dieses Jahres abgebaut sein. Vossloh konzentriert sich mittlerweile aufs Kerngeschäft.

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