„G9 jetzt in NRW“: Widerstand gegen das Turbo-Abitur 

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Der Jahrgang 2016 der Albert-Einstein-Gesamtschule in Werdohl schloss das Abitur nach neun Jahren ab.

Werdohl - Alle Wahlberechtigten in Werdohl haben ab Donnerstag die Möglichkeit, mit ihrer Stimme das Volksbegehren „G9 jetzt“ zu unterstützen.

„Die Liste liegt bei uns im Rathaus in Zimmer zwölf aus“, sagt Bettina von Kalle vom Ordnungsamt Werdohl. Ziel der Initiatoren ist die Rückkehr zum Abitur nach neun statt acht Jahren. Zwar wird das Abitur in Werdohl an der Albert-Einstein-Gesamtschule ohnehin nur nach neun Jahren angeboten – Schüler, die in den umliegenden Städten wie etwa Altena oder Plettenberg ihr Abitur am Gymnasium absolvieren, sind jedoch von dieser Regelung betroffen. 

Mit Beschluss vom 13. Dezember des vergangenen Jahres hat die Landesregierung die amtliche Listenauslegung und die parallele Durchführung der freien Unterschriftensammlung für das Volksbegehren „Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien: Mehr Zeit für gute Bildung, G9 jetzt!“ zugelassen. 

1,1 Millionen Unterschriften in einem Jahr

Ab Donnerstag haben die Wähler das Wort, wenn sie denn das Volksbegehren für gut befinden und das sogenannte Turbo-Abi nach acht Jahren, das 2005 eingeführt wurde, wieder abschaffen möchten. Die Hürde dazu liegt hoch: Die Initiatoren müssen innerhalb eines Jahres knapp 1,1 Millionen Unterschriften wahlberechtigter Bürger sammeln. 

Dazu können zu den Öffnungszeiten des Rathauses, Abteilung Ordnung und Einwohnerwesen, – montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 12.30 Uhr, montags außerdem von 14 bis 16 Uhr und donnerstags sogar außerhalb der regulären Öffnungszeit von 14 bis 18 Uhr – Unterschriften abgeben werden. Die Liste liegt vom 2. Februar bis zum 7. Juni aus. 

„Außerdem gibt es die Möglichkeit, seine Unterschrift an vier Sonntagen abzugeben“, sagt von Kalle. Die dafür vorgesehenen Termine sind der 19. Februar, 26. März, 30. April und 28. Mai jeweils in der Zeit von 9 bis 13 Uhr. 

Freie Listen werden ausgelegt

Wer für das Volksbegehren ist, kann sich aber auch auf freien Listen eintragen, die von der Elterninitiative „G9 jetzt“ zum Beispiel bei Veranstaltungen oder an Info-Ständen ausgelegt werden. Jede Stimme zähle aber nur einmal. Reichen die Stimmen, ist der Landtag gefragt. 

Lehnt die Mehrheit der Mitglieder das Volksbegehren ab, kommt es zu einem Volksentscheid. Dann ist wieder die Bevölkerung am Zug. Sie kann mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen – sofern diese Mehrheit mindestens 15 Prozent der Stimmberechtigten (rund zwei Millionen Stimmen) beträgt, das Gesetz beschließen und damit die Rückkehr zu G9.

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