Jede Woche eine Aufgabe für zuhause: So findet die Kinderfeuerwehr trotz Corona statt

Kinderfeuerwehr trotzt Corona
Jungen und Mädchen bekommen jede Woche eine Aufgabe für zuhause.
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Kinderfeuerwehr trotzt Corona Jungen und Mädchen bekommen jede Woche eine Aufgabe für zuhause.

Aus einer mit gelbem Krepppapier umwickelten PET-Flasche bastelte der sechsjährige Leon seine eigene Atemschutz-Ausrüstung. Seine Mama Sonja Potaczek war ihm dabei mit Rat und Tat behilflich. Auf außergewöhnliche Weise findet die Kinderfeuerwehr auch in Zeiten der Corona-Pandemie statt.

Werdohl – Aus einer mit gelbem Krepppapier umwickelten PET-Flasche bastelte der sechsjährige Leon seine eigene Atemschutz-Ausrüstung. Seine Mama Sonja Potaczek war ihm dabei mit Rat und Tat behilflich. Der kleine Mann, Mitglied der erst im Sommer gegründeten Werdohler Kinderfeuerwehr und Enkel des ehemaligen Stadtbrandinspektors Manfred Theile, befestigte als letztes noch schnell die Gurte an seiner „Sauerstoffflasche“ und schon setzte er diese auf, drehte sich und präsentierte stolz seinen Rücken.

Seit einigen Wochen dürfen sich die 31 Mädchen und Jungen der Kinderfeuerwehr nicht mehr treffen. Damit der Anfangselan nicht verloren geht, beschlossen die Verantwortlichen, den Nachwuchs an jedem Freitagnachmittag mit Bastelutensilien fürs Wochenende zu versorgen. „Gestern kamen sie um 18.45 Uhr“, berichtet Leons Mutter.

In den Wochen zuvor galt es, ein Kreuzworträtsel mit Feuerwehr-Fragen zu lösen, Laubsägearbeiten für die Sonderkrippe zur Krippenausstellung der Siedlergemeinschaft An der Repke durchzuführen, Holzsterne für den Baum des diesjährigen Versetaler Winterzaubers anzumalen und das Absetzen eines Notrufes zu üben.

„Aber meine eigene Atemluftmaske zu basteln jetzt hat am meisten Spaß gemacht“, war sich Leon sicher. Nun aber war sein Arbeitseinsatz für diese Woche noch nicht erledigt. Gemeinsam mit seiner Mama gestaltete er noch einen Schlüsselanhänger – und zwar aus dem Material eines echten Feuerwehrschlauches. Sonja Potaczek hat darauf einen lachenden Feuerlöscher gezeichnet, den ihr Sprössling rot ausmalte. Später hat die junge Mutter die Kanten des Anhängers noch rund ausgeschnitten.

Der Sechsjährige berichtete derweil, „dass es schon ein bisschen schade ist, dass ich die anderen aus der Kinderfeuerwehr jetzt nicht sehen darf“. Aber nun freute er sich schon auf den nächsten Tag mit einer Feuerwehr-Aufgabe. Eine Wunsch-Aufgabe für das zweite Adventswochenende hatte er nicht: „Ich lasse mich überraschen“. Und Sonja Potaczek freute sich: „So bleiben die Kinder wenigstens gedanklich ein bisschen in Kontakt.“

Bastelmaterialien mit Blaulicht geliefert

Die beiden Kinderfeuerwehr-Betreuerinnen Cinja Betten und Annika Dittmann fuhren durch Werdohl, um die Mädchen und Jungen mit den Bastelmaterialien zu beliefern. „Wir waren insgesamt 47 Kilometer unterwegs“, bilanzierte Dittmann. „Gefahren hat uns mein Mann Lars im neuen Einsatzleitwagen. Dass wir bei den Kindern auch das Blaulicht kurz eingeschaltet haben, hat ihre Augen strahlen lassen.“ Sie ergänzt: „Auch die Dankbarkeit der Eltern war bei unseren Besuchen deutlich zu spüren.“

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