Werdohler SPD will in die Ortsteile gehen

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Parteivorsitzender Udo Böhme ehrte gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag (links) das Parteimitglied Irmgard Wunderlich für 40 Jahre Treue zur Sozialdemokratie.

Werdohl - Florian Gester ist neuer stellvertretender Schriftführer des Werdohler SPD-Ortsvereins. Er wurde am Donnerstagabend in der Gaststätte Haus Werdohl von 25 Mitgliedern zum Nachfolger des verstorbenen Ex-Bürgermeisters Siegfried Griebsch gewählt.

Zu Beginn der gut zweistündigen Jahreshauptversammlung hatte Ortsvereins-Vorsitzender Udo Böhme bei der Totenehrung zunächst nicht nur an den ehemaligen Ersten Bürger der Stadt erinnert, sondern unter anderem auch an den verstorbenen Günter Reitz.

Anschließend hatte Böhme Irmgard Wunderlich für 40-jährige Treue zu den Sozialdemokraten und die abwesende Sandra Koch für ein Vierteljahrhundert Parteizugehörigkeit geehrt. Böhme stellte – ein Jahr nach der Neubesetzung des Ortsvereinsvorstandes – seinen ersten Jahresbericht vor. Er erinnerte an ein Jahr mit Landtags- und Bundestagswahl. Bei beiden Wahlen hätte die SPD insgesamt nicht so gut abgeschnitten, in Werdohl – wie der Ortsvereinsvorsitzende hervorhob – aber kreisweit das jeweils beste Ergebnis erzielt.

SPD will Experten einbinden

Bei seinem Ausblick kündigte Böhme an, dass die Partei nach Ostern damit beginnen werde, in regelmäßigen Abständen in die Ortsteile zu gehen, um dort für die Bürger ansprechbar zu sein. Zu Ratsfraktionssitzungen würden zudem vermehrt Nicht-Parteimitglieder, welche Experten zu einem Themengebiet seien, eingeladen. Schließlich sollen parteiintern die Mitglieder verstärkt in inhaltliche Diskussionen eingebunden werden.

Peinliche Vorstellung in Berlin

In Bezug auf die Bundespartei mahnte Böhme eine „vehemente Erneuerung“ an. Auch die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag wünschte sich dieses bei ihrem Bericht aus der Bundeshauptstadt. „Zu dem Thema Sigmar Gabriel sage ich jetzt nichts“, leitete sie zwar ein. Sie schob aber doch hinterher: „Aber er ist einer unser begabtesten Politiker. Was in Berlin beim Parteivorstand zuletzt gelaufen ist, ist schon peinlich.“

Die Iserlohner Abgeordnete schaute nach vorn: „Unser Job ist es jetzt, dafür zu sorgen, dass auch umgesetzt wird, was im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde.“ Nach der AfD gefragt, erwiderte Freitag: „Da sitzen heute Leute im Parlament, von der Sorte ist jeder einer zuviel. Aus denen spricht Hass pur. Noch dazu ist das, was sie sagen, absurd und dumm.“

Kasse des Ortsvereins gut gefüllt

Weiter führte die Abgeordnete aus: „Durch die fortschreitende Digitalisierung fallen unzählige Menschen hinten über.“ Die bisherige Arbeitsministerin Andrea Nahles habe während der vorigen Legislaturperiode deshalb ein Projekt in ihrem Ministerium anschieben wollen, um solchen Neu-Arbeitslosen sowie zukünftigen Opfern der Digitalisierung Zukunftschancen zu erarbeiten, „aber das hat die CDU verhindert“.

Kassiererin Marion Gierse verkündete während der Jahreshauptversammlung noch, dass es in den zurückliegenden zwölf Monaten in der Kasse des Ortsvereins – trotz zweier Wahlkämpfe – einen ordentlichen Vermögenszuwachs gegeben habe.

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