Jahresempfang: Darum könnte es 2020 ein Comeback geben

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Für eine Wiedereinführung des Jahresempfangs durch die Stadt setzen sich Stefan Keggenhoff (Stadtsportverband), Heiner Burkhard (HGV), Martina Kluge (KKF), Peter Kölsche („Werdohl heute“), Udo Böhme (HGV) und Ralf Kronfeld (Bürgerstammtisch, von links) ein. Einen passenden Luftballon haben sie schon besorgt.

Werdohl - Sechs Werdohler Vereine und Organisationen machen sich dafür stark, dass die Stadt zukünftig wieder einen Jahresempfang ausrichtet.

Den hatte die Stadt 2012 als einen des 69 Punkte umfassenden Sparmaßnahmenkatalogs aus ihrem Programm gestrichen. In den Folgejahren war dann bis 2018 der Bürgerstammtisch eingesprungen, doch jetzt soll die Stadt wieder Verantwortung übernehmen. 

Heimat- und Geschichtsverein (HGV), Kleines Kulturforum (KKF), Werdohler Schützenverein (WSV), Stadtsportverband, der Kulturverein „Werdohl heute“ und der Bürgerstammtisch haben sich in einer gemeinsamen Erklärung an den Rat gewandt und angeregt, den Jahresempfang ab 2020 wieder unter städtischer Regie durchzuführen. „Dieser von unseren Nachbarstädten praktizierte Brauch täte auch unserer Stadt wieder gut“, heißt es in dem Schreiben, das Bürgermeisterin Silvia Voßloh seit einigen Tagen vorliegt. 

Stadt wieder als Veranstalterin?

Wenn die Stadt wieder als Veranstalterin des Empfanges zum Jahresbeginn auftreten würde, hätte das nach Meinung von Ralf Kronfeld, Sprecher des Bürgerstammtisches, mehr Gewicht. Dann könnten sich auch wieder vermehrt die Vertreter der Werdohler Wirtschaft sehen lassen, was in den vergangenen sechs Jahren eher die Ausnahme war. 

Vor allem haben die Vertreter der sechs Vereine und Organisationen aber die Werdohler Bevölkerung im Blick. Wichtig seien die Begegnungen der Werdohler miteinander, heißt es in dem Schreiben an den Rat. „Bei einer offiziellen Einladung durch die Stadt Werdohl würden sicherlich viele dieses Angebot nutzen“, glauben die Initiatoren. 

Kosten von bis zu 12.000 Euro

In der Vergangenheit hat sich die Stadt einen Jahresempfang viel Geld kosten lassen. Beträge von 12 000 Euro oder mehr waren eher die Regel als die Ausnahme. Das wäre aber nach Meinung der Vereinsvertreter gar nicht nötig. „Ein Jahresempfang muss doch auch auf etwas niedrigerem Niveau möglich sein. Früher war die Veranstaltung sowieso oft überfrachtet“, denkt beispielsweise Heiner Burkhardt (HGV) zurück an Jahresempfänge, bei denen bezahlte Künstler verschiedener Genres aufgetreten sind. In Zukunft, ist er überzeugt, könne die Stadt auch Werdohler Vereine und Musiker ansprechen, um das Rahmenprogramm des Empfangs zu gestalten. „Wir wollen kein Show-Event, sondern ein Treffen der Werdohler“, heißt es auch in dem Brief an den Rat. 

Im Restaurant Vier Jahreszeiten würden auch die Räume kostenlos zur Verfügung gestellt, sind die Initiatoren überzeugt. Und für eine Bewirtung der Besucher müsse die Stadt ebenfalls kein Geld aufwenden. „Seinen Verzehr kann auch jeder Besucher selbst zahlen“, meinen die Vereinsvertreter. 

Thema im Rat frühestens im September

Mit dem Anliegen der sechs Vereine kann sich der Rat frühestens in seiner nächsten Sitzung am 23. September befassen, für die Sitzung am vergangenen Montag kam es zu spät. Bürgermeisterin Silvia Voßloh plant jedoch, das Thema auf die Tagesordnung des Hauptausschusses zu setzen, der bereits am 9. September tagt. „Und das Thema kann dann gegebenenfalls auch in die Beratungen zum Haushaltsplan 2020 aufgenommen werden“, sagte Voßloh. Besonderen Zeitdruck sieht die Bürgermeisterin übrigens nicht. Bei einem positiven Votum der politischen Gremien sei noch ausreichend Zeit, um einen Jahresempfang vorzubereiten. „Dafür brauchen wir ja kein halbes Jahr Vorlauf“, sagte Voßloh. Anfang dieses Jahres hatte die Bürgermeisterin allerdings noch erklärt, dass sich nach Personaleinsparungen im Rathaus niemand mehr um die Organisation eines Jahresempfangs kümmern könne. 

Ob es zu diesem positiven Votum kommen wird, ist also völlig offen. Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen hatte die SPD im November bereits einen ähnlichen Antrag gestellt, der aber im Rat mehrheitlich abgelehnt wurde. CDU, WBG und FDP argumentierten übereinstimmend, dass das 69-Punkte-Sparpaket nicht angetastet werden dürfe. 

Stadt vertraglich gezwungen

Dasselbe sagte Fachbereichsleiter Michael Grabs: Die Stadt sei durch die Bezirksregierung vertraglich gezwungen, sich an frühere Vereinbarungen zu halten. Der Antrag wurde zwar mit Bedauern, aber mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. An den Stärkungspakt Stadtfinanzen und damit an das Sparpaket ist Werdohl noch bis einschließlich 2020 gebunden.

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