Frauenhilfe baut auf dem Grundstück

Jahn-Turnhalle: Abrisstermin steht

+
Wegen des bevorstehenden Abrisses ist das Gebiet rund um die Jahn-Turnhalle in Werdohl für den ruhenden Verkehr gesperrt. Allerdings halten sich viele Autofahrer nicht daran.

Werdohl – 106 Jahre alt geworden ist sie im Januar, ihren 107. Geburtstag wird die Jahn-Turnhalle zwischen Schulstraße und Mittelstraße nicht mehr erleben.

In Kürze wird ein Abbruchunternehmen damit beginnen, das am 27. Januar 1914 als Kaiser-Wilhelm-Turnhalle eingeweihte Gebäude abzureißen. An gleicher Stelle wird anschließend ein Neubau der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen entstehen. 

Der Werdohler Stadtrat hatte Ende 2016 beschlossen, die Jahn-Turnhalle, die acht Jahre zuvor noch neue Fenster erhalten hatte, nicht weiter zu betreiben. Kostengründe hatten den Ausschlag gegeben: Die Stadt hatte sich entscheiden müssen, entweder das Stadion Riesei mit Naturrasenplatz und Leichtathletikanlagen oder die Jahn-Turnhalle und die Turnhalle Eveking aufzugeben. Die Entscheidung fiel letztlich zugunsten des Stadions. 

Turnhalle Eveking wird noch immer genutzt

Die Turnhalle Eveking erhielt zweimal eine Galgenfrist und ist bis heute in Betrieb. Die Jahn-Turnhalle wurde ab Februar 2017 leergezogen; den Vereinen und Gruppen, die dort Sport getrieben hatten, wurden Nutzungsmöglichkeiten in anderen Sporthallen angeboten. Die Kinder der benachbarten St. Michael-Grundschule zogen mit ihrem Sportuntertricht in die nahegelegene Sporthalle am Köstersberg um. 

Das Grundstück, auf dem die Jahn-Turnhalle steht, verkaufte die Stadt im Februar 2019 an die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen, die schon längere Zeit nach einer Möglichkeit suchte, in der Werdohler Innenstadt einen Ersatzneubau für das Haus Wegwende zu errichten. 

Haus Wegwende entspricht nicht mehr den Anforderungen

Das mittlerweile rund 60 Jahre alte Haus Wegwende am Haselweg, ein freiwilliges Wohnungs- und Unterstützungsangebot für Menschen mit psychischen Behinderungen, entspricht nicht mehr den Anforderungen, die das Wohn- und Teilhabegesetz mittlerweile an solche Einrichtungen stellt. es ist nicht barrierefrei, was die Versorgung der Bewohner, die immer häufiger Pflegebedarf haben, erschwert. Auch betrachtet die Frauenhilfe die Lage des Hauses am äußersten nördlichen Stadtrand von Werdohl mittlerweile nicht mehr als optimal. Am neuen Standort schätzt sie dagegen die zentrale Lage, die den Bewohnern selbstständige kleine Besorgungen und Arztbesuche erleichtert, und die räumliche Nähe zur Stadtklinik. 

Auf dem Grundstück, das durch den Abriss der Jahnturnhalle frei wird, möchte die Frauenhilfe nun also einen winkelförmigen, dreistöckigen Neubau für drei Wohngruppen errichten, in denen jeweils acht Personen in Einzelzimmern untergebracht werden und einen gemeinsamen Küchen- und Wohnbereich sowie einen zusätzlichen Aufenthaltsraum zur Verfügung haben werden. Darüber hinaus soll das neue Haus über zwei Krisenplätze für die kurzfristige Unterbringung von Menschen mit psychischen Behinderungen, und im Untergeschoss über eine Tagesstruktur mit ergotherapeutischen, handwerklichen und hauswirtschaftlichen Angebote für zwölf externe und zwölf interne Nutzer verfügen. 

Baubeginn nicht vor Frühjahr 2021

Mit einem Baubeginn ist nicht vor dem Frühjahr 2021 zu rechnen, nachdem der ursprünglich für die zweite Jahreshälfte 2019 geplante Abriss der alten Turnhalle nun schon mit fast einem Jahr Verzögerung begonnen hat. Der zuständige Architekt geht derzeit von einer Bauzeit von anderthalb Jahren aus. Damit könnte der Neubau eventuell im Spätsommer oder Herbst 2022 bezogen werden. 

Zunächst aber muss die alte Jahn-Turnhalle abgerissen werden. Damit hätte eigentlich schon vor Wochen begonnen werden sollen, aber Terminschwierigkeiten der Beteiligten hätten die ursprüngliche Planung mehrfach durcheinandergewirbelt, teilte Manuela Schunk, Öffentlichkeitsreferentin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, auf Nachfrage mit. 

Abriss soll fünf Wochen dauern

„Jetzt wird es mit dem Start der Herbstferien am 12. Oktober losgehen“, sagte sie. Schunk geht davon aus, dass die Abrissarbeiten rund fünf Wochen dauern werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare