Werdohler Gemeinde solidarisch mit Ali Sabziani

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Ali Sabziani droht die Abschiebung. Pfarrer Buschhaus und viele Gemeindemitglieder wollen ihm helfen.

Werdohl - „Wir hätten noch viele weitere Unterschriften sammeln können. Da aber die Zeit sehr drängt, haben wir darauf verzichtet“, erklärt Pfarrer Martin Buschhaus. Im Rahmen von zwei Gottesdiensten in der Weihnachtszeit hätten sich 74 Gemeindeglieder mit ihrer Unterschrift gegen die Abschiebung des Flüchtlings Ali Sabziani gewandt.

Sabziani hatte in seinem Heimatland, dem Iran, zum christlichen Glauben gefunden und musste aus diesem Grund fliehen. Als er vor vier Jahren in Deutschland ankam, ließ sich der 27-Jährige taufen. Mittlerweile lebt er bereits seit zwei Jahren in Werdohl und hat eine Arbeit als Paketbote gefunden.

Die Unterschriftenlisten seien bereits am 2. Januar an Sabzianis Anwalt übergeben worden, berichtet Buschhaus. „Sie sollen als zusätzliche Argumentationshilfe dienen, um das Oberverwaltungsgericht dazu zu bringen, das Verfahren neu aufzurollen“, erklärt der Pfarrer.

Sabziani meint es ernst

Den Richtern müsse bewusst werden, dass die Evangelische Gemeinde in Werdohl hinter ihrem Mitglied stehe und den 27-Jährigen unterstützte. „Es muss klar werden, dass Ali Sabziani es mit dem christlichen Glauben ernst meint“, unterstreicht der Seelsorger. Denn natürlich gebe es in Deutschland auch Flüchtlinge, die eine Taufe lediglich als Mittel zum Zweck nutzen wollten, um eine mögliche Abschiebung zu verhindern.

Rückführung wäre lebensgefährlich

Ali Sabziani dagegen habe sich von Anfang an intensiv in die Gemeindearbeit eingebracht. „Unter anderem hat er in einem Bibelkreis mitgearbeitet und war dort als Übersetzer aktiv“, sagt der Pfarrer.

Ob das Engagement der Gemeinde ausreicht, um den gebürtigen Teheraner vor einer Abschiebung zu bewahren könne er nicht beurteilen, erklärt Buschhaus. „Wir können nur hoffen und beten, dass es gut ausgeht.“ Denn schließlich verliere Sabziani bei einer Rückführung nicht nur seine neue Heimat, sondern müsse im Iran auch um sein Leben fürchten.

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