iPads für die Ratsmitglieder

+
Die Ratsmitglieder müssen die Unterlagen für die Ratssitzungen nicht mehr in Papierform herumtragen. SPD-Ratsherr Andreas Späinghaus hat auf sein neues iPad schon die Entwurfspläne für Brüninghaus-Platz und Lennespange geladen.

Werdohl - 26 der 32 Ratsmitglieder haben in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am 30. Juni ein iPad bekommen. Das teilte Bürgermeisterin Silvia Voßloh am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Über die Kosten konnte die Verwaltungschefin noch nichts sagen.

Von Constanze Raidt

Die Entscheidung, die iPads anzuschaffen, habe der Rat am 7. April im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung getroffen, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgermeisterin. Unterlagen für Rats- und Ausschusssitzungen werden jetzt nicht mehr per Post versandt, sondern sollen ausschließlich digital genutzt werden. Ein Arbeitskreis aus Ratsmitgliedern und Verwaltungsmitarbeitern habe den Umstieg erarbeitet, heißt es weiter in der Mitteilung.

Dadurch könne die Stadt Geld sparen. „Die Kosten für Papier, Umschläge, Porto, Druckmaschine und Personalkosten sind erheblich“, schreibt Voßloh. „Mit der einmaligen Ausgabe für ein iPad einfacher Version für die Ratsmitglieder sind alle Ausgaben bis 2020 abgegolten.“ Die Bürgermeisterin betonte, dass die Anschaffung der Computer nicht nur kostenneutral, sondern deutlich günstiger als die Arbeit mit Unterlagen in Papierform sei.

Genaue Zahlen will Silvia Voßloh aber erst nach der Sommerpause nennen, wenn auch das neue Ratsinformationssystem angelaufen ist. Der Grund: Der Rat muss diese Informationen erst zur Veröffentlichung freigeben, da bisher nur im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzungen darüber beraten wurde. Für die Mitteilung über die Anschaffung der iPads ließ sich die Bürgermeisterin eine Freigabe der Politiker geben.

Nicht nur der städtische Haushalt soll indes von der Umstellung profitieren. Auch für die Ratsleute ist die digitale Arbeit ein Plus. Mehr als 20 Ordner mit Unterlagen allein aus dem nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzungen kommen im Laufe einer Legislatur zusammen, schätzte Stefan Ohrmann (CDU) im Gespräch mit unserer Zeitung. Die iPads stehen den Politikern für die gesamte Wahlperiode zur Verfügung und dürfen auch privat genutzt werden. Nach Ablauf der sechs Jahre dürfen die Ratsmitglieder die Geräte behalten.

Sechs Ratsmitglieder haben auf das iPad verzichtet und nutzen entweder ihr eigenes Tablet oder wollen sich ein hochwertigeres Gerät anschaffen. Denn die von der Stadt gekauften iPads sind zwar WLAN-, aber nicht mobilfunkfähig. Wer einen eigenen Computer nutzt, bekommt einmalig den Kaufpreis der iPads als Zuschuss. Diesen müssten die Politiker versteuern, schreibt Voßloh.

Für die Bürger soll sich durch die Umstellung auf die digitale Ratsarbeit nichts ändern. Zwar sind auf der Homepage der Stadt im Moment keine Unterlagen verfügbar, weil auf ein neues Ratsinformationssystem umgerüstet wird. Nach den Sommerferien sollen aber alle fehlenden Vorlagen nachgereicht werden. 

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare