Neue Investoren

Unternehmen interessieren sich für Kraftwerk und Gewerbegebiet im MK

Nur die asphaltierten Straßen sind in Elverlingsen zu erkennen. Die Brombeere wuchert alles zu. Die Gründungen der früheren Häuser sind zugeschüttet.
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Nur die asphaltierten Straßen sind in Elverlingsen zu erkennen. Die Brombeere wuchert alles zu. Die Gründungen der früheren Häuser sind zugeschüttet.

Die Sonne steht vor blauem Himmel über dem grünen Land, kaum ein Geräusch gibt es aus dem leblosen Kraftwerksgelände aus Beton und Stahl.

Je nach Windrichtung ist das Muhen der Mutterkühe von den Stortelwiesen unterhalb zu vernehmen. Wo einst Häuser standen und Familien lebten, ist tiefe Ruhe eingekehrt.

Das Idyll neben der Industrieromantik ehemaliger Kohleverstromung soll nicht allzu lange bestehen bleiben. Gleich nach dem Abriss der Siedlungshäuser und dem Zuschütten der Fundamentgruben hatte das Unternehmen Enervie damit begonnen, Investoren für den Abriss des Kraftwerks zu suchen. Gemeinsam mit der Stadt Werdohl soll Elverlingsen zu einem Gewerbegebiet werden.

Käufer soll zeitnah gefunden werden

Noch bis zum Ende dieses Sommers, so hatte es Enervie-Projektleiter Oliver Rabe geplant, soll ein Käufer für Anlagen und Grundstück gefunden sein. Dieser Zeitpunkt sei vielleicht etwas optimistisch markiert worden, hatte Markus F. Schmidt Tage danach zu verstehen gegeben. Schmidt ist der für Entwicklung zuständige Geschäftsführer bei Enervie.

Der zurückgelassene Stoff-Panda hockt – Regen und Sonne ausgesetzt – auf einem nicht abgerissenen Zaun in der ehemaligen Siedlung Elverlingsen. Bambus gab es hier nie, dafür grünt und blüht es jetzt umso mehr im langen Schatten der Kraftwerksanlagen. Für ein Gewerbegebiet Elverlingsen gibt es jetzt einige Interessenten.

Das Unternehmen bietet in einem offenen Verfahren das Gelände an, tatsächlich haben sich einige Interessenten das stillgelegte Kohlekraftwerk und die ehemalige Siedlungsfläche angesehen. Geplant ist, dass die Investoren ein Kaufangebot abgeben. Das Areal soll mit der Auflage verkauft werden, daraus mit der Stadt Werdohl ein Gewerbegebiet zu entwickeln. Ähnliches passiert übrigens gerade in Lünen bei Dortmund. Die Unternehmensgruppe Hagedorn übernahm das ehemalige Steag-Kraftwerk. Das Unternehmen schrieb dazu: „Am 28. März 2021 wurde Geschichte geschrieben: Die Hagedorn-Unternehmensgruppe sprengte ein Kesselhaus, den Kühlturm, den Wäscher der Rauchgasentschwefelungsanlage und einen 250 Meter hohen Schornstein des ehemaligen Kraftwerks und schafft damit Raum für dringend benötigte neue Gewerbe- und Industrieflächen.“

Enervie äußert sich noch nicht

Dass es auch für die kleinere Anlage in Elverlingsen Interessenten gibt, ist also nicht verwunderlich. Der alte Stahl lässt sich gut verkaufen, aus der Entwicklung eines Gewerbegebietes lässt sich Kapital schlagen. Bislang hält sich Enervie-Sprecher Andreas Köster bedeckt, was den Stand der Dinge angeht. Zuletzt teilte er auf Nachfrage mit: „Derzeit gibt es jedoch keine berichtenswerten Neuigkeiten beim Thema.“

Als die Mark-E noch Elektromark hieß, war die Kraftwerkswelt noch in Ordnung.

Die Enervie-Geschäftsführung hatte noch vor dem Sommer Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) versprochen, eine Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung zu besuchen, um der Politik über den Sachstand zu berichten. Diese Sitzung ist am 4. September.

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