Investitionen im Hallenbad

Der alte Windfang zum Hallenbad. Im kommenden Jahr soll er durch eine neue Konstruktion ersetzt werden.

WERDOHL ▪ Bis zum Vormittag des 4. September – und keinen Tag länger – wird das Freibad in Ütterlingsen für den Badebetrieb zur Verfügung stehen. Genutzt wird die Anlage danach noch bis einschließlich 5. September vom SV 08, der dort sein internationales Schwimmfest ausrichtet.

Überlegungen (wie etwa in anderen Kommunen), das Freibad noch länger für die Allgemeinheit geöffnet zu halten, weist Joseph Beier, der technische Geschäftsführer der Werdohler Bäderbetriebe, weit von sich. Hoffnung, dass die Besucherzahlen noch positiv korrigiert werden könnten, hat er nicht.

Der Mai sei „witterungsbedingt schlecht gelaufen“, die Bilanz für den Juni „war durchsetzt“, lediglich der Juli lief aufs Ganze betrachtet gut, aber im August „tat sich fast nichts mehr“, so die von Beier aufgemachte Rechnung, die noch durch Zahlen belegt wird, sobald alle Daten vorliegen. Zuletzt habe man die Kassiererin eine ganze Woche nicht eingesetzt, „weil keiner gekommen ist“. Auch das vergangene, eigentlich schöne Wochenende habe „nichts mehr gebracht“.

Auch wenn man gegen schlechtes Wetter nichts machen kann: Der Frust sitzt tief, die Entscheidung ist unverrückbar; die Freiwasser- geht nahtlos in die Hallenbad-Saison über. Dort – auf dem Riesei – sind alle erforderlichen Maßnahmen abgeschlossen, um den Schwimm- und Badebetrieb aufnehmen zu können.

So mussten „jede Menge Fugen erneuert werden“, weil sich im Laufe der Zeit zum Teil Schwarzschimmel auf den alten Fugen gebildet hatte und damit eine Gesundheitsgefährdung für die Badegäste bestand. Verbesserungen an der Lüftungsanlage wurden vorgenommen, am Heizkessel bestand Handlungsbedarf und letztlich musste der Schornstein des Hallenbades neu abgedichtet werden. Unter dem Strich waren das Arbeiten, die mit einem Investitionsvolumen von rund 100 000 Euro verbunden waren.

Deutlich tiefer werden die Bäderbetriebe (mit Hilfe der Stadtwerke) im nächsten Jahr in die Tasche greifen, denn während sich die Badegäste im Freibad tummeln, sollen das Sattel- und Flachdach (Umkleidebereich) des Hallenbades neu gedeckt werden. Allein hier schätzt man bei den Bäderbetrieben die Kosten auf etwa 280 000 Euro.

Hinzu kommt der Abbruch des bestehenden Windfangs am Eingang und der anschließende Neubau nach aktuellen energetischen Erkenntnissen. Hier hatte sich seit der Inbetriebnahme des Hallenbades vor 40 Jahren nichts getan.

„Wir haben da noch Einfachverglasung“, so Beiers Hinweis. Der Wärmeverlust sei beträchtlich. Die Energiekosten sollen erkennbar gesenkt werden. Auf dem Weg dorthin werden noch einmal rund 100 000 Euro in die Hand genommen, so schätzt der technische Geschäftsführer.

Genauere Erkenntnisse über die tatsächliche Zahl wird er haben, wenn das Ergebnis der noch in diesem Jahr geplanten Ausschreibung vorliegt. Die müsse jetzt schon vorgenommen werden, so Joseph Beier, damit die Firmen sich darauf einrichten können, denn auch diese Maßnahme kann nur zwischen Mai und August 2011 – während der Freiwasser-Saison – durchgeführt werden.

Rainer Kanbach

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