Intime Einblicke in die Seele eines Politikers

Intime Einblicke gewährt Wolfram Dorn den Lesern seines 52. Buches mit dem Titel „Sehnsucht Liebe Leben“.

WERDOHL ▪ 51 Bücher in 86 Lebensjahren – selbst für die kreativsten Autoren ist das zweifellos ein außergewöhnliches Pensum. Und doch ist es für Wolfram Dorn kein Grund, sich auszuruhen.

Und so hat der frühere Werdohler Bürgermeister und einstiger FDP-Bundespolitiker erneut zu Papier und Feder gegriffen – um seinen Lesern ungewöhnlich intime Einblicke in sein Leben, seine Erinnerungen zu gewähren. Das 52. Buch, es ist sein persönlichstes, sagt Dorn selbst. „Es ist das beste, das er je geschrieben hat“, sagen seine Weggefährten.

Es sind gleich zwei Säulen, auf denen Wolfram Dorns schriftstellerisches Wirken fußt: Da sind zum einen die zahlreichen Sachbücher, in denen der 86-Jährige von politischen Erlebnissen berichtet, Fakten zeitgeschichtlich einordnet und mit persönlichen Erfahrungen anreichert. Zum anderen nimmt die Lyrik einen wichtigen Teil in Dorns Leben ein, wie er selbst sagt. Und so setzte er sich gerne an seinen mittlerweile siebten Gedichtband, der den Titel „Sehnsucht Liebe Leben“ trägt – und damit bereits den Inhalt vorweg greift. Beim Umzug von Bonn nach Halver, wo er seit drei Jahren wohnt, sei er auf alte Tagebuchaufzeichnungen aus den 1940er Jahren gestoßen. „Die Texte zeigen einen wichtigen Teil von vier Jahren meines Lebens im Kriegseinsatz und der Kriegsgefangenschaft“, sagt Dorn. Doch nicht nur aus dieser Zeit finden sich Verse in seinem neuen Buch wieder.

Auf 100 Seiten gibt der einstige Parlamentarische Staatsekretär im Bonner Innenministerium innerste, persönlichste Dinge preis. Er beschreibt Erlebnisse, die sein Leben geprägt haben. „Ich habe mich so geöffnet wie noch nie“, sagt der Autor, der eine besonders intime Erinnerung erst nach Rücksprache mit seiner Tochter Barbara Dorn-Erdogdu veröffentlichte: Das 1947 in Werdohl geschriebene Gedicht „Zarte Berührungen“ beschreibt die Bekanntschaft mit einer jungen Frau, die bei ihrer Vertreibung durch russische Soldaten Schlimmstes erlebt hatte. Ein Gedicht, das Distanz und Nähe zweier Liebenden schildert, die wissen, dass sie sich bald nie wieder sehen werden. Ein Irrtum, wie sich später heraus stellen sollte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Weitere, sehr persönliche Einblicke gewährt Wolfram Dorn auch mit dem Gedicht „Meine letzten Tage mit Thea“, mit dem er den Tod seiner Frau nach mehr als 60 gemeinsamen Ehejahren verarbeitet. Berührend, eindrucksvoll, wie viele der weiteren Verse. 66 sind es insgesamt. Dabei hat der Autor auch darauf Wert gelegt, die Verse in einen zeitlichen Kontext zu setzen. Sämtlichen Gedichten sind Datum und Ort ihrer Entstehung angefügt, so dass der Leser nicht nur die literarische, sondern auch die persönliche Geschichte Wolfram Dorns chronologisch nachverfolgen kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare