"Habe als Kind immer gerne Gespenstergeschichten gelesen"

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Michael A. Frank ist ein Künstlername. Der 57-jährige Werdohler hat jetzt sein drittes Kinderbuch veröffentlicht.

Werdohl - Der Werdohler Krimi- und Thriller-Autor mit dem Künstlernamen Michael A. Frank hat mit „Der goldene Skarabäus“ ein Kinderbuch geschrieben. Im Interview mit Michael Koll erklärt er, was es mit seinem neuen Werk auf sich hat.

Wie kam es dazu, dass Sie nun auch für Kinder schreiben?

Michael A. Frank: Ich habe als Kind immer gerne Gespenstergeschichten gelesen. Also dachte ich mir, ich versuche auch einmal eine zu schreiben.

„Der goldene Skarabäus“ ist das dritte Kinderbuch einer Serie. Wird es noch weitere Teile geben?

Frank: Das weiß ich noch nicht, aber ich könnte es mir vorstellen.

Die Beschreibung Ihres Buches liest sich spannend: „Eigentlich wollen Nicolas, Dennis und Jeffrey mit ihren Vätern einen Wanderurlaub auf den Orkney-Inseln verbringen. Doch als sie das Haus ihres Gastgebers betreten, fällt ihr Blick auf einen alten, ägyptischen Sarkophag. Nicolas ahnt Schlimmes. Aber was sie dann erleben, damit hat niemand gerechnet!" Ist das für Kinder nicht schon zu gruselig?

Frank: Nein. Aber man muss ja irgendwie auf das Buch aufmerksam machen. Und zu gruselig ist es nicht, denn es ist ja keine „böse“ Mumie. Die Geschichte spielt in Schottland.

Der Untertitel des Buches (seit 11. Januar im Handel) lautet: „Nebel von Loch Kilburne“. Auch in England haben Ihre Romane bereits gespielt. Dabei sind Sie gebürtiger Werdohler. Was fasziniert Sie so an Großbritannien?


Frank: Ich hatte eine Tante und einen Onkel in England, in Leicester. Ich war sehr oft dort und es hat mir dort immer sehr gut gefallen. Mir gefallen das Land und die Landschaft. Die Leute waren auch immer nett, vor allem wenn ich mit meinem Schulenglisch einkaufen war. Sie haben sich immer bemüht, mir zu helfen.

Gibt es den See Loch Kilburne eigentlich wirklich? Und waren Sie schon einmal in Schottland?

Frank: Nein, den Ort gibt es nicht. Es gibt einen Loch Killburnie, davon habe ich den Namen abgeleitet. Nach Schottland habe ich es aber leider nie geschafft.

Mit „Bildnis einer Toten“ haben Sie bereits ein Buch geschrieben, welches zum Teil in Düsseldorf spielt. Wird die Handlung eines Ihrer nächsten Werke vielleicht einmal im Sauerland spielen?

Frank: Ich glaube nicht.

Werden Sie schneller beim Schreiben? Anfangs hatte Ihnen eine Lektorin ja gesagt, Sie würden „zu detailverliebt“ schreiben, man müsse die Werke stark kürzen...

Frank: Schneller werde ich bestimmt nicht. Ich hab jetzt schon zwei Monate nichts geschrieben. Mein jüngster Krimi wurde auch nur so schnell fertig, da ich zu der Zeit im Krankenhaus lag und dort viel Zeit hatte. Da kam mir auch die Idee, vielleicht einmal einen Krimi in einer Klinik spielen zu lassen.

Ihr nächster Roma ist in Arbeit. „Mord Surprise“ wird wieder ein Krimi für Erwachsene. Treffen Ihre Stammleser da wieder auf Chief-Inspector Kevin Andrews, den Sie mit dem Romandebüt „Silbern ist der Tod“ – erschienen im Kriminalroman-Verlag – eingeführt hatten?

Frank: Ja, die alte Mannschaft ist wieder dabei. Aber es wird eine dicke Überraschung geben, die einigen bestimmt nicht gefallen wird. Das Buch ist eine Mischung aus größtenteils Krimi und zum Teil auch aus dem Privatleben des Chief-Inspectors.

Verraten Sie etwas aus dem Inhalt von „Mord Surprise“?

Frank: Nur soviel: Es werden Köche umgebracht, die Luxus-Restaurants betreiben. Die Morde selbst sind jedoch nicht sehr appetitlich.

Sie sind jetzt 57 Jahre alt, veröffentlichen seit zwei Jahren Bücher. Wie viele weitere Geschichten haben Sie schon fertig im Kopf?

Frank: Im Kopf fertig habe ich nie etwas. Ich habe meist eine Grundidee, aus der sich alles andere dann entwickelt. Wenn ich alles schon fertig im Kopf hätte, würde ich mich unter Druck gesetzt fühlen, und das mag ich nicht.

Sie sind gelernter Koch. Nach mehreren schweren Krankheiten kamen Sie zum Schreiben. Haben Sie damit ihre Bestimmung gefunden? Oder vermissen Sie die Küche und den Herd?

Frank: Eine Bestimmung kann man das Schreiben nicht nennen. Es ist ein reines Hobby für mich. Dass die Bücher tatsächlich veröffentlicht werden, war ein reines Glück. Und die Küche vermisse ich nicht. Für diesen Job hätte ich heute nicht mehr die Nerven. Ich koche aber immer noch gerne privat. Gerade erst hatte ich Gäste zum Essen bei mir. Es gab eine Hackfleisch-Käse-Lauchsuppe.

Sie haben früher bereits berichtet, dass Sie eine Rechtschreibschwäche haben. Hat Sie das beim Schreiben beflügelt?

Frank: Ich habe mich am Anfang einfach hingesetzt und losgeschrieben. Was mich dazu getrieben hat, kann ich gar nicht sagen. Es kann schon sein, dass es mich beflügelt hat, zu zeigen, dass man auch Bücher schreiben kann, wenn man mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuß steht.

Nach Krimis, Thrillern und Kinderbüchern – kommt da vielleicht noch einmal ein ganz anderes Genre auf Ihre Stamm-Leser zu?

Frank: Im Moment wüsste ich nicht, was.

Was inspiriert Sie?

Frank: Bei Filmen bin ich reichlich wählerisch, aber ich lesen jeden Tag. Wenn ich mal nicht lesen kann, fehlt mir etwas. Ich gehe meist extra früh ins Bett, damit ich noch Zeit dazu habe.

Welcher Film hat Sie dennoch zuletzt begeistert?

Frank: „Guardians of the Galaxy“ fand ich gut.

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