Interesse an Wahl in Türkei

Ali Akdeniz

WERDOHL ▪ Wenn am morgigen Sonntag in der Türkei gewählt wird, sitzen auch viele Werdohler vor dem Fernseher und verfolgen den Ausgang. Insgesamt rund 3500 türkisch-stämmige Bürger haben in der Stadt zwar eine neue Heimat gefunden, blicken zugleich aber in ihr Herkunftsland beziehungsweise das ihrer Eltern, weiß Ali Akdeniz.

Der türkische Elternverbandsvorsitzende weiß von vielen Migranten, die in den vergangenen Wochen den Wahlkampf in der Türkei über Fernsehen, Zeitungen und Internet verfolgt haben. Von Stimmabgaben der nicht in Deutschland Eingebürgerten kann er hingegen nicht berichten. „Um wählen zu gehen, müsste man dorthin fliegen und am Flughafen die Stimme abgeben.“ Dieser Aufwand sei zu hoch. Daher könnte nur im Fall einer Urlaubsreise der Urnengang erfolgen.

Die in der Türkei im Vergleich zu Deutschland höhere Wahlbeteiligung führt Akdeniz auf die große Emotionalität zurück, die Wähler zur Urne lockt. Und: „Sowohl die Regierungspartei als auch die Opposition versprechen vieles.“ Nach der Wahl würde dann nur einiges davon umgesetzt. Dennoch zeigt sich der Werdohler mit der Arbeit der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zufrieden. „Die Regierung hat viele Fortschritte gebracht.“ Dennoch bestehe überwiegend die Hoffnung, dass die Opposition bei der morgigen Wahl zulegen wird, um ein Korrektiv zu sein und Alternativen aufzeigen kann.

Eine Wahlparty werde es in Werdohl nicht geben, weiß der türkische Elternverbandsvorsitzende. „Jeder verfolgt für sich oder in Cafés die Wahl – im Gegensatz zu Fußballspielen.“

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