Insel-Immobilie in Werdohl vor dem Abriss

WERDOHL ▪ Die List und Wilbers Projektentwicklung GmbH aus Nordhorn hat den Ratsfraktionen und der Verwaltung Pläne für einen Abriss der Insel-Immobilie vorgestellt, um dort einen Edeka-Verbrauchermarkt zu errichten. Der Rat wird dazu am Montag, 26. Februar, eine Entscheidung treffen.

Hubert Wilbers, Geschäftsführer der List und Wilbers Projektentwicklung, war in Werdohl. Am Dienstag stellte er den Fraktionen von CDU und WBG die Pläne vor, Donnerstag war er bei SPD und FDP. An beiden Fraktionssitzungen nahm Bürgermeister Griebsch teil, am Dienstag waren auch Vertreter der Bauabteilung der Werdohler Verwaltung anwesend.

Weder Bürgermeister Griebsch noch Hubert Wilbers wollten am Donnerstag bestätigen, dass ein Abriss geplant ist. Es läuft aber alles darauf hinaus. Die List und Wilbers Gmbh hat nach einem Kauf der Immobilie alle Rechte, diese nach eigenen Vorstellungen umzubauen. Für die Nutzung als großflächigen Einzelhandel gilt Bestandsschutz. Eine politische Beteiligung ist nur in dem Fall nötig, wenn das Gebäude abgerissen und neu errichtet werden soll. In diesem Fall muss der Rat entscheiden, ob er sich über das bestehende Einzelhandelskonzept hinwegsetzt und zulässt, dass in direkter Innenstadtlage ein weiterer Verbrauchermarkt entsteht.

Bürgermeister Griebsch ließ am Donnerstag lediglich über sein Vorzimmer erklären, dass am Montag eine öffentliche Vorlage samt Beschlussvorschlag für die kommende Ratssitzung veröffentlicht werde.

Das lässt nur den einzigen Schluss zu, dass die Politiker am 26. März eine Entscheidung für oder gegen einen Neubau treffen werden.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann erklärte am Donnerstag auf Nachfrage, dass sich seine Fraktion zusammen mit der WBG die Vorschläge des Investors angehört habe. Danach habe sich seine Fraktion allein beraten und sei zu einer Entscheidung gekommen. Ohrmann: „Wir haben unser Abstimmungsverhalten im Rat geklärt.“ WBG-Fraktionsvorsitzender Willibald Mertens mochte gar nichts kommentieren und verwies auf den Bürgermeister. Von WBG-Ratsmitglied Gottfried Brinkmann war aber schon in der vergangenen Woche zu erfahren, dass die Fraktion in dieser Sache sehr wahrscheinlich nicht geschlossen einer Meinung sei.

Ursprünglich war vorgesehen, dass Hubert Wilbers allen vier Fraktionen einzeln die Pläne vorstellt. Allein Termingründen sei es geschuldet, dass CDU mit WBG und SPD mit FDP gemeinsam informiert werden konnten. Der Investor stellte seine Pläne jeweils im Ratssaal vor.

Hubert Wilbers erklärte am Donnerstag auf Nachfrage, dass er am Freitag die Öffentlichkeit über seine Vorstellungen informieren möchte. Er erwarte dazu noch wichtige Unterlagen. Dem Vernehmen nach ist das der Kaufvertrag, mit dem die List-Gruppe das Gebäude von der Arwo-Bau Berlin kauft.

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