Politik muss noch zustimmen

Innovationszentrum soll Stadt neu beleben: So plant Werdohl den großen Wurf

Arbeiten an einem großen Ganzen in Sachen Marketing, Klimaschutz und Stadtentwicklung: Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Middendorf, Geschäftsführer Ingo Wöste und Noch-Mitarbeiter Claas Marienhagen.
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Arbeiten an einem großen Ganzen in Sachen Marketing, Klimaschutz und Stadtentwicklung: Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Middendorf, Geschäftsführer Ingo Wöste und Noch-Mitarbeiter Claas Marienhagen.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Marketing Werdohl GmbH wollen ihre Arbeit für die Zukunft der Stadt Werdohl auf ganz neue Beine stellen.

Die Idee eines „Innovationszentrums“ in den Räumen der ehemaligen Kunstwerkstatt im Bahnhof mit Stadtplanung, Klimaschutzmanagement und Marketing ist schon weit gediehen, aber noch nicht beschlossen.

Bereits seit Anfang 2020 arbeite man intern an dieser Idee, erklärten Ingo Wöste als Geschäftsführer und Dirk Middendorf als Aufsichtsratsvorsitzender der Marketing-Gesellschaft am Montag. Anlass zur Vorstellung des geplanten „Innovationszentrums“ war allerdings die Bekanntgabe eines Personalwechsels bei der Marketinggesellschaft.

Claas Marienhagen verlässt Werdohl bereits wieder

Claas Marienhagen, seit Mai 2019 Mitarbeiter im Stadtmarketing, verlässt Werdohl nach weniger als zwei Jahren. Persönliche Gründe seien ausschlaggebend, sagte er. Er war auf Swantje Midderhoff gefolgt, die wiederum die Arbeit von Susanne Macaluso übernommen hatte.

Dass es an dieser Stelle wieder einen personellen Wechsel gebe, sei bedauerlich, so Wöste und Middendorf. Marienhagen habe an der Idee zur Neuausrichtung gearbeitet und werde dies auch noch bis Ende Februar tun. Wöste: „Er geht mit hohem Engagement.“ Die Stelle ist auch längst wieder ausgeschrieben, es gebe auch schon zehn Bewerbungen. Für weitere Bewerbungen sind Middendorf und Wöste offen.

Stellenausschreibung läuft bis 17. Januar

Gesucht wird entweder eine Person in Vollzeit oder zwei in Teilzeit. Middendorf kann sich auch vorstellen, eine Person in Vollzeit einzustellen und Leistungen für die Organisation von Ereignissen wie Weihnachtsmarkt, Stadtfest und Veranstaltungs-Sonntagen einzukaufen. Die Stellenausschreibung steht noch bis zum 17. Januar.

Die Räume der ehemaligen Kunstwerkstatt im Bahnhof sollen zukünftig ein „Innovationszentrum“ mit Stadtplanung, Klimaschutz und Marketing aufnehmen.

„Wir arbeiten trotz der Personalwechsel an einer langfristigen Strategie“, betont Ingo Wöste. Der Aufsichtsrat stehe voll dahinter, berichtet dessen Vorsitzender Dirk Middendorf, immerhin auch stellvertretender Bürgermeister für die CDU. Die Politik ist deshalb weitgehend mit im Boot bei der großen Idee, in den Räumen der ehemaligen „Kuba“ eine Art Denkbüro einzurichten. „Innovationszentrum“ soll das gemeinsame Büro von Stadtplanung, Klimaschutzmanagement und eben dem neuen Mitarbeitenden im Stadtmarketing heißen. Auf diese Person käme auch mehr Verantwortlichkeit zu, weil die Räume nicht mehr direkt neben dem Büro von Ingo Wöste liegen. Die Wohnungsgesellschaft, so Wöste als deren Geschäftsführer, brauche den Platz für die neu gegründete Abrechnungsgesellschaft.

Wöste: „So wie bisher geht es im Marketing nicht weiter“

Was in diesem Büro entstehen könnte, skizzierten Wöste und Middendorf in einer Tonlage, die sehr viel realistischer klingt als manche überzogene Marketingsprüche. Wöste als Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft grenzt sich selbst ein: „So wie bisher geht es im Marketing nicht weiter.“ Schon vor der Schließung des WK sei man dieser Ansicht gewesen, die Schließung des früheren Flaggschiffs des Einzelhandels habe sämtliche generellen Innenstadt-Problematiken auch für Werdohl deutlich gemacht. Mit dem Konzept zur Steigerung der Lebensqualität sei nicht viel passiert, so Wöste, mit diesem Datensatz könne gearbeitet werden. In diesem Innovationszentrum im Bahnhof könnte auch das Leader-Management eingebunden sein. Vielleicht ließe sich auch die alte Idee eines Stadtinfopoints nun in die Tat umsetzen.

Alle Arbeitsbereiche für die Entwicklung der Stadt für Bewohner und Touristen könnten verzahnt werden. Middendorf wie auch Wöste sind der Meinung, dass Werdohl in diesen Dingen Vorreiter gewesen sei und bleiben solle. Werdohl müsse jetzt die Hausaufgaben machen, wohin sich die Stadt entwickeln wolle. Wöste schaut über die Stadtgrenzen hinaus: „In den Nachbarstädten möchte man gerne mit uns zusammenarbeiten.“

Marketing für die gesamte Region könnte in Werdohl angesiedelt werden

Langfristig könne man Marketing für die Region zwischen Plettenberg und Altena in Werdohl ansiedeln. Nicht jede Stadt müsse einen eigenen Stadtfestorganisator haben. Middendorf spricht davon, die Spieler zusammenbringen zu wollen. Es gebe auch eine reale Chance als Tourismus-Standort an der Lenne. Viele Ideen seien schon zusammengetragen worden, Werdohl solle jetzt Vorreiter sein.

Die Pläne sind der Politik intern schon vorgestellt, die Fraktionen beraten darüber im Rahmen des Haushaltes für 2021.

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