Junge Eigeninitiative für einen Spielplatz

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Die jungen Werdohlerinnen Yagmur und Liva Turhan sowie Lea und Mia Mertens (v. l.) haben Unterschriften gesammelt, damit am oberen Teil des Klosterwegs wieder ein Spielplatz gebaut wird.

Werdohl - Rund drei Jahre ist es her, dass der Stadtrat beschlossen hat, den Spielplatz am oberen Teil des Klosterwegs zu schließen. Die Spielgeräte verschwanden daraufhin. Nun liegt der Stadt allerdings eine Unterschriftenliste vor, mit der ein Neubau erreicht werden soll. „Es muss nichts Besonderes sein. Hauptsache, die Spielfläche wird neu gemacht“, sagt die zwölfjährige Liva Turhan, eine der Initiatoren.

Zusammen mit ihrer Freundin Lea Mertens (11) hat die junge Werdohlerin 70 Unterschriften gesammelt. Nach einem Termin mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh, die sie zu dem Schritt ermutigte, sind Liva und Lea in Eigenregie unter anderem im Klosterweg, Auf der Hardt und in der Borgheller Straße von Tür zu Tür gegangen. „Wir haben nicht mit so viel Unterstützung gerechnet“, sagt Lea.

Spielplätze sind ein Dauerthema bei der Stadtverwaltung. Auch im Jahr 2012 gab es um die Spielflächen im Stadtgebiet viele Diskussionen, erinnert sich Sybille Dworschak, Leiterin des Jugendamtes: „Damals gründete sich aus Mitgliedern aller Fraktionen ein Arbeitskreis, der die Spiel- und Bolzplätze im Auge behalten soll. Sie gingen 2012 alle Plätze ab und haben mit Blick auf den städtischen Haushalt einen Konsens gebildet.“ Die Spielfläche am Klosterweg erschien ihnen mit ihren rund 200 Quadrametern „sehr klein“, wies zudem einen „höheren Erneuerungsbedarf“ auf, war aber „normal gepflegt“, weiß Dworschak.

Bereits ein Jahr zuvor hatte die Verwaltung in ihrer „Spielplatzkonzeption 2011“ Werdohl in Sozialräume aufgeteilt. Dabei fiel der Klosterweg mit dem Spielgelände am Herbscheider Weg in einen Bereich. Auf Grundlage der Kinderzahlen – die Siedlung wies einen Rückgang von 50 Kindern auf – habe die Stadt eine Entscheidung gefällt, so die Amtsleiterin. Die Verkehrssituation am oberen Teil der Straße trug zum Abbau des Spielplatzes bei. „Diese gefährliche Ecke hat es uns leichter gemacht“, sagt Dworschak. Warum nun „gerade in dieser Zeit“ dort wieder ein Neubau gefordert werde, kann sie sich mit Blick auf die weiter sinkende Kinderzahl in Werdohl nicht erklären. „Weil hier viele neue Kinder hingezogen sind“, begründet Liva ihr Engagement. Außerdem seien die nächsten Spielplätze am Herbscheider Weg oder an der Goethestraße zu weit entfernt von ihrem Elternhaus.

Die Unterschriftenliste liege laut Sybille Dworschak nun dem Arbeitskreis vor. Sie versichert, dass seine Mitglieder die Bitte der jungen Werdohlerinnen ernst nehmen werden. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen kann allerdings erst Anfang 2016 erwartet werden. Die Verantwortlichen des Kreises berichten regelmäßig in den Sitzungen des Jugendhilfeausschusses.

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