VHS: Inge Jülich geht in den Ruhestand

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VHS-Leiterin Barbara Funke (Mitte) verabschiedet Inge Jülich (rechts) und begrüßt Victoria Loewen.

Werdohl - Nach 38 Jahren bei der Volkshochschule (VHS) Lennetal verabschiedet sich Inge Jülich in den Ruhestand. „Wir verlieren eine ganz wichtige Kollegin“, sagte VHS-Leiterin Barbara Funke am Montag im Rahmen einer Abschiedsfeier.

Die dienstälteste Mitarbeiterin sei schließlich auch „das personifizierte Gedächtnis“ der Volkshochschule. „Die VHS hat sich sehr verändert“, blickte Inge Jülich auf ihre Laufbahn zurück. Diese begann schon ein knappes halbes Jahr nach der Gründung des Zweckverbandes im Jahr 1976. Damals sei die VHS vor allem für die Bürger da gewesen, die sich weiterbilden wollten. Heute übernehme die Einrichtung auch viele Aufgaben, die Bund oder Kommune an sie herangetragen haben; dazu gehören zum Beispiel die Integrationskurse.

Für diese war Inge Jülich in den vergangenen acht Jahren als Fachbereichsleiterin zuständig. Immer mit vollem Einsatz, wie Barbara Funke betont. „Besonders der bürokratische Aufwand ist immer größer geworden“, sagt die Leiterin. „Inge Jülich war da immer wahnsinnig engagiert. Nicht nur organisatorisch, sondern vor allem menschlich zum Wohl der Kursteilnehmer.“ Ihre Kollegin habe sich immer viel Zeit genommen, um jeden einzelnen bestmöglich zu beraten.

Hier und da waren auch „kreative Lösungen“ gefragt. So komme es vor, dass Teilnehmer eines Integrationskurses vorher von einer anderen Einrichtung falsch eingestuft wurden. „Manchmal wird jemand nicht als Analphabet anerkannt“, nennt die VHS-Mitarbeiterin ein Beispiel. In solchen Fällen seien viel Geduld „und viele Schriftstücke“ nötig, um beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Änderung zu erwirken.

Bis sie sich mit solchen Themen beschäftigte, hat Inge Jülich in der Volkshochschule viele Stationen durchlaufen. Als eine der ersten Mitarbeiterinnen hatte sie anfangs nur eine Halbtagsstelle und war für Anmeldungen und Kursorganisation verantwortlich. Später plante und begleitete sie Studienfahrten – die erste Fernreise führte im Jahr 1991 in den Westen der USA. Aber auch in der Umgebung war die „VHS auf Rädern“ unterwegs, um Theateraufführungen zu besuchen und in Krankenhäusern, einem Hospiz und einem Bergwerk hinter die Kulissen zu schauen.

Victoria Loewen, Jülichs Nachfolgerin als Fachbereichsleiterin, arbeitet die 66-Jährige im Laufe des Monats noch ein. Doch auch nach dem 1. Juli wird Jülich der VHS noch treu bleiben. „Ich gebe weiter Englischkurse“, sagt Jülich. „Das mache ich schon seit 1976.“ - Von Constanze Raidt

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