Praktikum in Tierarzt-Praxis: Traumberuf mit Schattenseiten

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Hannah Belecke (links) und Ines von der Beck (Mitte) assistierten im Rahmen ihres Praktikums der Werdohler Tierärztin Dr. Susanne Trilling (rechts) bei der Behandlung von Kleintieren.

Werdohl - Wie der Arbeitsalltag in einer Tierarztpraxis aussieht, durften jetzt Ines von der Beck aus Altena und Hannah Belecke aus Neuenrade erleben. Über einen Zeitraum von 14 Tagen begleiteten die beiden Oberstufenschülerinnen des Altenaer Burggymnasiums (BGA) die Werdohler Tierärztin Dr. Susanne Trilling täglich bei ihrer Arbeit.

Dr. Trilling hat sich auf Kleintiere spezialisiert, ihr Fachgebiet ist breit gefächert. Ob Zwergmaus, Kaninchen, Wellensittich, Katze, Schlangen, kleine und große Hunde – in der Praxis Trilling können sie behandelt werden.

Dementsprechend war auch die Klientel, mit der die beiden Praktikantinnen vorwiegend zu tun hatten: Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel. Dabei lernten Ines und Hannah, wie vielfältig der Tierarztberuf sein kann. Bisswunden, Probleme mit Inkontinenz, Impfungen, Durchfall, Infektionen, Parasitenbefall und Schiefhals, aber auch Krebserkrankungen behandelte Dr. Trilling.

Bissgefahr am Behandlungstisch

Die beiden Praktikantinnen waren immer dabei und lernten einiges über Anatomie und Befindlichkeiten der diversen Tierarten. Selbst allerdings die Tiere festhalten oder direkt assistieren durften sie aus Sicherheitsgründen nicht – zu groß ist die Bissgefahr. Aber: Sie waren hautnah dabei und dokumentierten alles für den Praktikumsbericht.

Zudem lernten sie einiges über Hygiene, mussten nach jedem Patienten den Behandlungstisch desinfizieren.

Dr. Trilling führt außerhalb der Sprechstunden auch Operationen durch: Kastrationen von Katzen und Katern gehören dabei zum Standardrepertoire. Auch hier waren die beiden Praktikantinnen selbstverständlich mit dabei.

Auch Einschläfern gehört zum Alltag

Dass auch das Einschläfern von Tieren zum Alltag der Tierärztin gehört, mussten die beiden Jugendlichen im Verlauf des Praktikums mehrfach erleben. Dabei wurde das Leid schwer und unheilbar erkrankter Tiere beendet. Viel Empathie und Einfühlungsvermögen für Haustier und Tierbesitzer ist hier nötig, um damit in Würde umgehen zu können.

Ines’ Eindruck von dem Tierarztberuf ist unter dem Strich positiv. „Der Beruf ist vielseitig und interessant.“ Sie kann sich durchaus vorstellen, Tierärztin zu werden. Hannah Belecke sieht das ähnlich, auch sie findet die Arbeit interessant und den Beruf attraktiv.

Nicht wie bei "Der Doktor und das liebe Vieh"

Dr. Trilling jedenfalls hatte damals ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch sie hatte die Möglichkeit, in eine Tierarztpraxis hineinzuschnuppern. Praktikanten nehme sie ganz gerne, denn gerade der Beruf Tierärztin werde von jungen Mädchen als Traumberuf angesehen, sei aber oft mit falschen Vorstellungen verbunden. So habe ein Kommilitone im ersten Semester das Studium geschmissen, weil es eben nicht so laufe wie in der Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“.

Durch Praktika bekämen die jungen Leute aber einen Einblick ins reale Leben. Da gehe es dann eben nicht nur um niedliche Tierkinder, sondern auch um sehr kranke Tiere und es sei nicht immer alles schön. Zudem erlebten Praktikanten den Alltag, der abgesehen von Routine und Operationen nicht planbar sei und mit Überraschungen aufwarte.

Insgesamt waren 150 Schüler und Schülerinnen des BGA, darunter viele junge Werdohler und Neuenrader, in den vergangenen beiden Wochen in diversen Branchen als Praktikanten aktiv.

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