Indische Musikerin stellt die Geige auf den Kopf

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Jyotsna Srikanth (links) und Abhiram Sahathevan servierten Drittklässlern der Martin-Luther-Grundschule in Ütterlingsen  musikalische Kostproben aus ihrer südindischen Heimat.

Werdohl - An der Martin-Luther-Grundschule in Werdohl haben am Donnerstagmorgen die indische Musikerin Jyotsna Srikanth und ihr Kollege Abhiram Sahathevan musikalische Kostproben aus ihrer Heimat serviert. Die Unterrichtsstunde für Drittklässler war Teil des Jekits-Projekts und wurde vom Netzwerk „Klangkosmos NRW“ unterstützt.

Die Gäste aus dem Süden Indiens waren gekommen, um den Kindern mit Hilfe der siebensaitigen indischen Violine und Mridangam-Trommel eine unmittelbare und lebendige Begegnung mit der Musik des asiatischen Subkontinents zu ermöglichen.

So erfuhren die Grundschüler einige grundlegende Dinge über die klassische karnatische Musik, die im Süden Indiens gebräuchlich ist. Mit ihrer Geige erzählte Srikanth davon in einer fließenden, beinahe hypnotisierenden Klangsprache.

Den Kindern fiel auf, dass die Musikerin ihr Instrument dabei ganz anders hielt, als sie es von westlichen Violinisten gewohnt sind: senkrecht mit dem Kopf nach unten. Auch entlockte sie ihrem Instrument sirenenartige Töne, die für europäische Ohren völlig ungewohnt sind.

Der Perkussionist Sahathevan schlug dazu den Rhythmus auf einer mit Schlangenhaut bezogenen Doppelkonustrommel, mit der er zwei verschiedene Klangfarben erzeugen konnte.

Im Rahmen eines kleinen Workshops konnten die Drittklässler versuchen, die südindischen Rhythmen nachzuspielen und die Tonleiter dieser exotischen Spielart nachzusingen.

Die beiden Musiker haben in ihrer Heimat einen hohen Bekanntheitsgrad. Jyotsna Srikanth hat mehr als 300 Kino-Soundtracks für Bollywood-Filme eingespielt, Abhiram Sahathevan ist einer der beliebtesten und faszinierendsten Perkussionisten unter den klassischen Tänzern und Musikern Indiens und wurde als bester Mridangam-Spieler des Tanzmusikfestivals im ostindischen Chennai ausgezeichnet.

Ziel des Unterrichtsbesuches im dritten Schuljahr war es, den Kindern eine verstärkte Beschäftigung mit der Musik einer anderen Kultur und das Kennenlernen von fremden Liedern, Instrumenten und Rhythmen zu ermöglichen. Gestartet hat die Jekits-Stiftung das Projekt „Musiker der Welt im Jekits-Klassenzimmer“, um die große kulturelle Vielfalt der in Nordrhein-Westfalen lebenden Familien und die damit verbundene musikalische Vielfalt in das Jekits-Programm einzubeziehen.

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