Der Tag in Werdohl nach der Hochwasser-Katastrophe

Aufräumen beginnt in Werdohl, Trauer um toten Feuerwehrmann

Als am Mittwochabend der Starkregen abebbte, kam das Hochwasser über die Lenne und die Verse in die Stadt. Der Höhepunkt des Hochwassers ist am Donnerstagmorgen überschritten, in den Sonnenstrahlen wird mit dem Aufräumen begonnen. Beherrschend ist auch die Trauer über den im Einsatz verstorbenen Feuerwehrmann aus Werdohl.

Werdohl - Die Nachricht schockte die Einsatzkräfte am späten Mittwochabend: Im Bereich des Kraftwerks Elverlingsen hatte sich gegen 19 Uhr ein Unglücksfall ereignet. Ein Werdohler Feuerwehrmann (52) kollabierte während eines Einsatzes. Er verstarb trotz Reanimations- und Hilfsmaßnahmen. Das berichtete die Polizei, Feuerwehrchef Kai Tebrün bestätigte das. Der Mann wurde mit dem Hubschrauber abtransportiert, es wird von einem internistischen Notfall ausgegangen.

Nach Worten von Bürgermeister Andreas Späinghaus sieht die Lage am Vormittag in Werdohl so aus: Das am Mittwochabend vollständig überflutete Versetal ist mittlerweile wieder befahrbar. Späinghaus, der in Kleinhammer wohnt, war nur zu Fuß nach Hause gekommen.

Die Derwentsider Straße und der Trog sind unpassierbar.

Ein Einsatzschwerpunkt ist nach wie vor das Industriegebiet Dresel. Betroffen ist dort vor allem das Werk von Superior Industries, Mitarbeiter haben dort 30 Stunden ausgeharrt und gegen die Fluten im Werk gekämpft. Die Arbeiter kommen von dort nicht nach Hause, die nächste Schicht kann nicht zur Arbeit. Auch andere Betriebe dort sind in Mitleidenschaft gezogen. Die Bundesstraße ist weiterhin gesperrt, ab der Höllmecke ist kein Durchkommen. Mit Radladern wird versucht, die Schuttmassen beiseite zu räumen. Eventuell ist eine Umleitung über Lengelsen möglich.

An der Plettenberger Straße ist das Wasser durch den Hang und durch das ehemalige Gasthaus Lienenkämper gelaufen. In der Nacht wurde das Gebäude evakuiert. Im Augenblick wird damit gerechnet, dass das Haus komplett aufgegeben werden muss. Oberhalb liegende Teichmauern sind gebrochen.

An der Lenne im Bereich der Goethestraße sind Autos überflutet worden.

Rathaus-Mitarbeitende und der Bürgermeister haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr und freiwillige Helfer immer wieder mit Essen versorgt. Am Baubetriebshof wurden Sandsäcke per Hand befüllt.

Probleme machen die Holzlager überall im Wald und auf Parkplätzen in der Nähe der Lenne. Entrindete Stämme treiben durch die Lenne und durch die Verse und verstopfen Zugänge und Abflüsse.

An vielen Stellen im Stadtgebiet sind Autos in den Lennefluten „abgesoffen“. Nach bisherigem Stand sind keine weiteren Menschen vermisst oder schwerwiegend verletzt.

 

Rubriklistenbild: © Birke

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