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U3-Betreuung wird teurer: Aufschlag in dieser Stadt im MK

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Von: Carla Witt

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Die Betreuung von Kleinkindern in der Kita ist besonders kostenintensiv. Deshalb zahlen Eltern in Werdohl dafür ab dem kommenden Jahr einen 20-prozentigen Aufschlag.
Die Betreuung von Kleinkindern in der Kita ist besonders kostenintensiv. Deshalb zahlen Eltern in Werdohl dafür ab dem kommenden Jahr einen 20-prozentigen Aufschlag. © dpa

20 Prozent mehr müssen Eltern in Werdohl künftig zahlen, wenn ihre unter-dreijährigen Kinder betreut werden sollen. Ursprünglich war sogar eine Erhöhung von 50 Prozent angedacht gewesen.

Werdohl - „Es ist eine Mehrbelastung für die Eltern – aber im humanen Rahmen“, kommentierte Daniel Bartke (CDU), der neue Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses der Stadt Werdohl am Dienstag die neue Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen in Kitas und Offenen Ganztagsschulen. Anschließend sprachen sich die Mitglieder des Gremiums einstimmig für die neue Satzung aus. Der Rat folgte während einer eigens einberufenen Zusatzsitzung am Mittwoch diesem Vorschlag. Politik und Verwaltung kommen den Eltern entgegen – ganz ohne Mehrkosten geht es allerdings nicht.

Das Zahlenwerk ist ein Kompromiss, auf den sich Verwaltung und Kommunalpolitiker bereits im Vorfeld der Sitzung geeinigt hatten. Hintergrund der Gespräche im Vorfeld: Vor einem Jahr hatte die Stadt eine Satzung vorgelegt, die zunächst von der CDU aufgrund „fehlender Gerechtigkeit“ scharf kritisiert und dann letztlich von allen Ratsfraktionen abgelehnt worden war. Dazu, so hat Jugendamtsleiter Michael Thomas-Lienkämper jetzt unterstrichen, solle es nun nicht noch einmal kommen.

Der neue Leiter des Jugendamtes sprach am Dienstag von einem „soliden Kompromiss“: „Wir haben das Ganze moderat angefasst. Insgesamt ist es ein sehr sozialer Entwurf, der aber auch das Finanzielle nicht außer Acht lässt.“ So sei der besonders umstrittene Zuschlag für U-3-Kinder zwar nicht gestrichen, aber deutlich gesenkt worden: „Es sind jetzt 20 Prozent statt der angedachten 50 Prozent Zuschlag.“ Ganz könne man auf diese Erhöhung nicht verzichten, U-3-Gruppen seien kleiner, betreuungs- und somit kostenintensiver als andere Kita-Gruppen.

Diese Tatsache hob auch Daniel Bartke hervor: „Der 20-prozentige Zuschlag ist Konsens.“ Er könne sich gut vorstellen, dass auch andere Kommunen künftig für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren einen höheren Beitrag erheben und somit dem Werdohler Beispiel folgen würden.

Die Staffelung in der Kostenbeitragstabelle nach Jahresbruttoeinkommen sei im Vergleich zur Verwaltungsvorlage vor einem Jahr um weitere Stufen ergänzt worden. Insgesamt gibt es jetzt 29 Beitragsstufen – von einem Jahreseinkommen von unter 25 000 Euro bis zu einem Verdienst von mehr als 97 000 Euro. Die Eltern müssten – je nach Verdienst – nach dem Inkrafttreten der neuen Satzung maximal 60 Euro mehr monatlich zahlen.

Zudem trete die neue Satzung nicht zum Beginn des neuen Kindergartenjahrs am 1. August dieses Jahres in Kraft, sondern erst mit Beginn des nächsten Jahres. Folglich hätten die Eltern mehr Zeit, sich darauf einzustellen. Auch würden die Beiträge dann erst jeweils zum 18. eines Monats eingezogen.

Auf die Erhöhung der Beiträge für die Betreuung in den Offenen Ganztagsschulen ging Bartke ebenfalls ein: Der Beitrag erhöhe sich ab Januar je nach Verdienst maximal um 36 Euro monatlich.

Jan Vidal Canas (SPD) bat die Verwaltung, die Eltern genau in Kenntnis zu setzen. Auch regte er an, nach einem Jahr zu prüfen „wie auskömmlich das alles ist“. Beides sicherte der Jugendamtsleiter zu. Er betonte: „Wir werden die Eltern genau informieren.“

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